Lagos - Die wegen eines angeblichen Ehebruchs der Steinigung nur knapp entgangene Nigerianerin Safiya Husaini hat zum zweiten Mal geheiratet. Zusammen mit etwa 40 Gästen habe die fünffache Mutter am Freitag in ihrem Heimatdorf im Bundesstaat Sokoto die Hochzeit mit dem Witwer Mohammed Sani gefeiert, berichtete ein Augenzeuge. Das Paar sollte demnach in einem Haus leben, das eine Frauenrechtsgruppe ihm zur Verfügung stellte. Die etwa 35-jährige Hussaini war wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt und im März von einem nigeranischen Gericht freigesprochen worden. Die Verurteilung hatte weltweit Proteste ausgelöst. Husaini hatte vor Gericht angegeben, ein Freund ihres Vaters habe sie vergewaltigt und geschwängert. Da sie zu dem Zeitpunkt geschieden war, wurde sie wegen außerehelicher sexueller Beziehungen angeklagt. In mehreren europäischen Ländern protestierten tausende Menschen gegen das Todesurteil; auch der Europarat forderte ihre Begnadigung. Rund ein Dutzend nigerianischer Staaten haben in den vergangenen Jahren die Scharia, das islamische Recht, wieder eingeführt, nach dem nicht nur Ehebruch, sondern unter anderem auch Glücksspiel und öffentliches Tanzen verboten sind. Die nigerianische Regierung erklärte die Einführung als verfassungswidrig. (APA/AFP)