Buenos Aires - Der frühere argentinische Staatschef Carlos Menem will erneut die Leitung seines krisengeplagten Landes übernehmen. Am Samstag kündigte der 72-jährige Peronist bei einer Veranstaltung in der Provinz Buenos Aires seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im März kommenden Jahres offiziell an. Menem muss sich zunächst im Dezember in seiner eigenen Partei durchsetzen. Sein wichtigster Gegenspieler, der peronistische Gouverneur und frühere Formel 1-Rennfahrer Carlos Reutemann, hatte vor kurzem auf eine Kandidatur verzichtet. Menem versprach, die Armut und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen sowie die internationale Isolierung Argentiniens zu überwinden. "Es kann einfach nicht sein, dass es in Argentinien Hunger gibt. Man muss von Haus zu Haus gehen und allen Argentiniern Lebensmittel geben, die das brauchen", schlug der Präsident der Jahre 1989 bis 1999 vor. Außerdem machte er sich erneut für die Einführung des Dollar als einziges Zahlungsmittel stark. Menem ist äußerst umstritten. In seiner ersten Amtszeit ab 1989 modernisierte er das Land entscheidend. In der zweiten Amtszeit verschuldete er den Staat jedoch extrem und führte ihn 1998 in eine Wirtschaftskrise, die bis heute anhält. Auch die Korruption wucherte unter seiner Regierung. (APA/dpa