Jerusalem - Israel hat Palästinenserpräsident Yasser Arafat und anderen palästinensischen Führungspersönlichkeiten vorgeworfen, ausländische Finanzhilfe in Höhe von vielen Millionen US-Dollar auf private Konten im Ausland überwiesen zu haben. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Yediot Aharonot" vom Sonntag hat die Regierung Ariel Sharon der US-Regierung einen Bericht übermittelt, aus dem unter anderem hervorgehe, dass Arafat zu Beginn des gegenwärtigen Konflikts vor 22 Monaten 5,1 Millionen US-Dollar (5,19 Mill. Euro) auf ein Privatkonto in Paris überwiesen habe. Dort lebt seine Frau Suha mit ihrer Tochter seit Beginn der Intifada.Arafats Stellvertreter soll Geld überwiesen haben Arafats Stellvertreter als PLO-Chef, Mahmud Abbas (Abu Mazen), soll dem Bericht zufolge im Namen seines Bruders sogar 70 Millionen US-Dollar nach Europa überwiesen haben. Abu Mazens Bruder lebt als Multimillionär am Golf. Dem Bericht zufolge erhält der offizielle Sprecher Arafats, Marwan Kanafani, der kaum öffentlich in Erscheinung tritt, ein Monatsgehalt von 40.000 US-Dollar. Der Bericht konnte von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigt werden. Israel hält seit Beginn des blutigen Konflikts mit den Palästinensern Steuermittel im Wert von rund 500 Millionen Euro zurück, die es nach den Friedensabkommen von Oslo für die Autonomiebehörde eingezogen hat. Israel wirft der Autonomiebehörde vor, internationale Hilfsgelder und Steuermittel zur Finanzierung des bewaffneten Widerstands sowie zur Unterstützung des Terrors gegen Israel eingesetzt zu haben. Vor einer Woche erklärte sich die Regierung Ariel Sharon jedoch unter Druck der USA grundsätzlich bereit, einen Teilbetrag an die Palästinenser zu überweisen, falls die Verwendung der Mittel international kontrolliert wird. (APA/dpa)