Washington - Der US-Energie- und Baukonzern Halliburton hat einen Vertrag mit dem Pentagon geschlossen, für die nächsten zehn Jahre Logistik für Operationen der US-Armee und der Navy im Kampf gegen den Terrorismus bereitzustellen. Für den Vertrag wurden keine Maximalkosten festgelegt, was sich laut einer Analystin von Moody's günstig auf die Bilanz des Konzerns auswirken werde, berichtete die "New York Times". US-Vizepräsident Dick Cheney, der vor seiner Berufung in die US-Regierung Chef des texanischen Konzerns war, war in die Gespräche nicht eingebunden, versicherte das Unternehmen. Der Halliburton-Umsatz mit Regierungsgeschäften hatte im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben weniger als zehn Prozent des Gesamtumsatzes betragen. Bisher ist der Konzern etwa im Rahmen von Verträgen mit dem US-Verteidigungsministerium etwa in der ehemaligen Sowjetunion bei der Zerstörung von Massenvernichtungswaffen (fünf Mrd. Dollar, gemeinsam mit vier anderen Firmen), in Zentralasien bei der Ausstattung und Versorgung der Luftwaffenbasis Khanabad und am Balkan bei der Bereitstellung von Transport und Versorgung für die US-Armee (900 Mill. Dollar) tätig. Cheney war unter George Bush sr. US-Verteidigungsminister und wechselte dann in die Privatwirtschaft zu Halliburton. Vor seinem Amtsantritt als Vizepräsident von George Bush jr. verkaufte er Halliburton-Aktien im Wert von 20 Millionen Dollar (20,3 Mill. Euro). Weitere Aktien hat er wohltätigen Einrichtungen vermacht. Cheney habe auch in seiner Funktion als Vorstandschef von Halliburton stets davon Abstand genommen, bei der US-Regierung Marketing für die Pentagon-Kontrakte zu machen, erklärte das Unternehmen gegenüber der "New York Times". Bei einigen Verträgen sei es jedoch bisher zu schweren Unregelmäßigkeiten gekommen, berichtet die Zeitung: So habe Halliburton der US-Armee für Elektroinstallationen in Kalifornien 750.000 Dollar verrechnet, die jedoch nur 125.000 Dollar gekostet hätten. Generell werde kaum geprüft, ob die Armee-eigenen Baueinheiten die Arbeiten nicht günstiger erledigen könnten. Beim Bau von Gefangenenunterkünften auf Guantanamo verlange Halliburton das Doppelte von dem Betrag den die Navy-Einheit Seebees veranschlage, so ein Seebees-Vertreter. Halliburton profitiere von guten persönlichen Beziehungen zum Pentagon, berichtet die "NYT": Der für Pentagon-Kontrakte zuständige Manager Joe Lopez sei ein ehemaliger Militär-Berater Cheneys Anfang der neunziger Jahre gewesen und war auf Vorschlag Cheneys 1999 von Halliburton eingestellt worden. Für den Konzern mit Sitz in Houston im US-Bundesstaat Texas arbeiten 85.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern in der Halliburton-Energie-Gruppe und der KBR-Bau- und Konstruktions-Gruppe. (APA)