Sydney - Mit einer spektakulären Bruchlandung ist der erste Test für die Entwicklung eines japanischen Super-Überschallflugzeugs zu Ende gegangen. Das elf Meter lange Flugzeugmodell geriet nach Augenzeugenberichten nur wenige Sekunden nach dem Start am Sonntag bei Woomera in der australischen Wüste ins Trudeln, stürzte ab und ging in Flammen auf. Die Ursache für dieses enttäuschende Ergebnis sei noch nicht bekannt, sagte eine Sprecherin des japanischen Forscherteams. Die Wissenschafter hatten fünf Jahre an der Entwicklung des Modellflugzeugs gearbeitet. Die Kosten des Projekts beliefen sich auf umgerechnet rund 142 Millionen Euro. Modell war auf einer Rakete montiert Das maßstabgetreue Modell war auf einer Rakete montiert und sollte mit einer Geschwindigkeit von 2.450 Stundenkilometern in eine Höhe von 20 Kilometern über Südaustralien getragen werden. Anschließend hätte es nach einer Reihe von ferngesteuerten Manövern mit doppelter Schallgeschwindigkeit zum Boden zurückkehren sollen. Nach Angaben der Wissenschafter löste es sich jedoch schon kurz nach dem Start von der Rakete - viel früher als vorgesehen. Die Experten planen in den kommenden zwölf Monaten drei weitere Tests. Der Bau des Originals wurde auch vor dem missglückten Versuch frühestens in zehn Jahren erwartet. Superjet soll eine neue Generation der Überschallflugzeuge begründen Der japanische Superjet soll eine neue Generation der Überschallflugzeuge begründen. Es soll genauso schnell wie die 1976 in Dienst gestellte Concorde fliegen, aber die doppelte Strecke schaffen und drei Mal so vielen Passagieren Platz bieten. In die 62 Meter lange Concorde passen 100 Gäste. Der Super-Jet soll 95 Meter messen und die Strecke Sydney-London in weniger als der Hälfte der jetzigen Flugzeit schaffen. Die Reisedauer würde sich von aktuell 26 Stunden auf zwölf reduzieren. Die Emissionen sollen 75 Prozent sinken und die Lärmbelastung deutlich niedriger werden. Das japanische Luft- und Raumfahrtinstitut hatte zudem in fünfjähriger Arbeit schätzungsweise rund 354,5 Millionen Euro für die Instandsetzung des Testgeländes bei Woomera ausgegeben. Der Test mit dem Modellflugzeug hätte eigentlich bereits am Donnerstag starten sollen. Wegen ungünstiger Wetterbedingungen wurde er jedoch mehrmals verschoben. Bereits im vergangenen Oktober war eine Testrakete kurz nach dem Start bei Woomera abgestürzt. (APA)