Warschau - Der frühere polnische Gewerkschaftsführer und späterer Staatspräsident Lech Walesa will bei den nächsten Präsidentenwahlen im Jahr 2005 wieder antreten. Die allgemeine Lage im Land lasse ihm keinen anderen Ausweg, sagte Walesa am Sonntag der polnischen Nachrichtenagentur PAP. "Vielleicht werde ich abgelehnt, aber ich muss zur Verfügung stehen", meinte Walesa. "Ich habe Vorschläge zu machen und weiß, dass sie gut sind. Niemand soll mir vorwerfen können, dass ich nicht versucht habe, sie zu verwirklichen." Walesa führte ab August 1980 die legendäre Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc", die im Dezember 1981 bei der Verhängung des Kriegsrechts in Polen verboten wurde. 1989 einigten sich Kommunisten und Opposition am "Runden Tisch" auf einen friedlichen Übergang der Macht. Walesa wurde 1990 polnischer Staatspräsident. 1995 löste ihn der Ex-Kommunist Aleksander Kwasniewski ab. 2005 endete Kwasniewskis zweite und letzte Amtszeit. Walesa hat seit Mitte der neunziger Jahre den Großteil seines politischen Ansehens verspielt. Wiederholt erklärte er bereits seine Rückzug aus und später seine Rückkehr in die Politik. An der Zersplitterung und dem Niedergang der polnischen Rechten trifft ihn ebenfalls erhebliche Schuld. (APA/dpa/PAP)