London/Bagdad - Irakische Oppositionelle haben die USA zum Sturz von Staatschef Saddam Hussein aufgerufen, gleichzeitig aber gewarnt, bei einer Militäroffensive den Irak zu zerstören. "Die USA werden weder innerhalb noch außerhalb des Irak Unterstützung für eine Offensive finden, die Zivilisten Schaden zufügt, die Infrastruktur zerstört und Truppen ins Visier nimmt, die das Regime nicht verteidigen", sagte der irakische Exiloffizier Najib el Salhi der Nachrichtenagentur Reuters.

Der ehemalige Generalmajor der irakischen Armee war einer von 70 Exilmilitärs, die am Wochenende in London über einen Sturz Husseins und den Aufbau einer zivilen Regierung beraten haben. An dem Treffen in der Kensington Town Hall nahm überraschend auch der jordanische Prinz Hassan teil, ein Onkel von König Abdullah. Hassan sagte, er spiele keine politische Rolle, er sei "nur als Beobachter hier". Seine Anwesenheit bei der Konferenz, zu der auch britische und amerikanische Diplomaten erschienen waren, wurde von Beobachtern als weiteres Indiz dafür gewertet, dass Jordanien ungeachtet offizieller Dementis eine klare Position zur Unterstützung der Bemühungen zum Sturz Saddams eingenommen habe. (Reuters, red)

(DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2002)