Salzburg - Mit Hilfe einer kleinen Drahtschlinge und einem Stückchen Klebefolie hat ein unbekannter Täter in Salzburg versucht, an fremde Bankomatkarten samt Geheimzahlen zu kommen.

Die Schlinge steckte, auf den ersten Blick unsichtbar, im Kartenschlitz und war sozusagen als Rückholfaden gedacht. Gleichzeitig blockierte sie das Wiederauswerfen der Plastikcard, solange sich der ehrliche Kunde am Geldautomaten zu schaffen machte.

Spähte dieser - verwirrt - alsdann nach Hilfe aus, so fiel sein Blick zwangsläufig auf das Pickerl, auf dem er aufgefordert wurde, sechs Mal seine Geheimzahl einzugeben; würde er die Karte trotzdem nicht zurück erhalten, solle er sich in der Geschäftszeit an seine Bank wenden.

Der Täter, so eine Aussendung der Polizei, dürfte sich während des gesamten Vorgangs in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben. Um den Code beim Eintippen zu erspähen. Gefasst werden konnte er trotzdem nicht.

Die Polizei geht von einer österreichweit agierenden Bande aus. Bankomatkunden, so lautet ihr Rat, sollen Aufforderungen auf Klebefolien am Apparat tunlichst ignorieren. Schlucke die Maschine die Karte, solle keine Geheimzahl mehr eingegeben werden. Vielmehr solle man beim Automaten ausharren und via Handy die Polizei rufen.

Bankomaten stehen immer wieder im Mittelpunkt kriminellen Interesses: Anfang Juli standen in Wien mehrere Ungarn vor Gericht. Sie hatten die Geldausgabeschlitze von Bankomaten mit Klebestreifen blockiert, das Tixo nach dem Abmarsch der verärgerten Kunden entfernt und das Geld entnommen. Ende Mai hatten Unbekannte einen Automaten manipuliert, sodass dieser Karten "behielt". Tags darauf hoben sie Geld ab. Im italienischen Udine. (APA, bri/DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2002)