Vergangenes wird uns verheißen: Ein in breit fahrender Pinselschrift gebauter Haufen bruch- stückhaften Zeugs bietet antik-vermeinte Reste dem Gedächtnis an. Und über den flüssig vermalten, zuletzt oft schwammbedruckten Flächen, aus denen Sigrid Eisendle matt durchsonnte, maigrün helle oder leuchtsatt blaue Ebenen entwirft, liegt die in Kreide gezogene oder sandvermengte Zeichnung, wie die erinnerungsschwangere Spur eines schon vor langer Zeit Entfernten.

Abgesteckte Felder, stumm und still, anheim gestellt dem Sammler jahreszeitbedingten Kolorits. Nur die Winter-Depression ist - schwarz und grau aus Farbe, Asche, Lehm und Kohle - kaum noch Fenster. Verbrannte Erde, wie sie vor bald fünfzig Jahren jeder einmal gemalt hat. Kaum etwas fehlt im mnemotechnisch behauchten Potpourri. (trag/DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2002)