Wien - In der Diskussion um das Geschichtsbild des FPÖ-Volksanwalts Ewald Stadler hat sich die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) in einer Aussendung am Montag von den Äußerungen des "selbst ernannten Oberrabbiners" Moishe Arye Friedman klar distanziert. Friedman hatte in der Vorwoche Stadler ausdrücklich verteidigt und betont, dass er Stadlers Sicht der Dinge vollinhaltlich teile. Stadler hatte gemeint, Österreich sei "1945 - und das ist zur Staatsideologie geworden - angeblich vom Faschismus und der Tyrannei befreit worden". Die Kultusgemeinde dazu wörtlich: "Das Urteil über einen Mann, dessen wesentliche Charakterzüge Geltungssucht und jüdischer Selbsthass sind, kann nur vernichtend ausfallen." Die IKG verweist in ihrer von Präsident Ariel Muzicant und Generalsekretär Avshalom Hodik unterzeichneten Aussendung darauf, dass Friedman "behauptet, orthodoxer Oberrabbiner Wiens zu sein, dessen Behauptung aber von allen orthodoxen Rabbinern unserer Stadt mit Empörung zurückgewiesen wird". Auch sei er in eine große Zahl von Prozessen, auch solche strafrechtlicher Natur, verwickelt. Friedman relativiere "in einer Reihe von abstrusen Pressestatements, darunter Interviews mit dem sattsam bekannten Herausgeber der nazistischen Deutschen Nationalzeitung Gerhard Frey, die Geschichte des Holocaust" und folge "willig freiheitlichen, ewig gestrigen Mentoren". Friedman hatte seine Stellungnahme zur Causa Stadler in der Vorwoche veröffentlicht. In der Wochenendausgabe der Tageszeitung "Die Presse" hat er dann sein Statement "Ungerechtfertigter Angriff auf Volksanwalt Mag. Ewald Stadler" als bezahlte Anzeige im vollen Wortlaut publiziert. (APA)