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Hamburg - Die Zunahme der extrem starken Unwetter ist nach Aussagen des Hamburger Klimaforschers Mojib Latif eindeutig auf den Treibhauseffekt zurückzuführen. Dem sei nur mit dem Einsatz alternativer Energie zu begegnen. "Weltweit gibt es eine Häufung extremer Wetterlagen", sagte der Wissenschafter vom Max-Planck- Institut für Meteorologie am Montag. Auch in Deutschland sei die Anzahl der heftigen Niederschläge gestiegen. "Was wir in Berlin und Brandenburg gesehen haben, ist noch nicht das Ende der Fahnenstange." Weit schlimmer werden die einzelnen Unwetter laut Latif, wenn es an Gewittertagen noch wärmer wird - etwa 40 statt 35 Grad in Brandenburg - und in ein solches Gebiet dann eine Kaltfront kommt. In den vergangenen 100 Jahren habe sich die Durchschnittstemperatur in Deutschland um ein Grad erwärmt. "Wir rechnen mit zusätzlichen zwei bis drei Grad in den kommenden 100 Jahren." "Spätere Generationen werden sagen, ..." Stärkere Niederschläge und längere Zeiten der Trockenheit: "Spätere Generationen werden sagen, um die Jahrtausendwende waren erste Anzeichen für den Klimawandel zu sehen", meint Latif. "Computermodelle haben schon seit langer Zeit vorhergesagt, dass sich die Verteilung der Niederschläge mit steigender globaler Temperatur ändert." Grund: Eine wärmere Atmosphäre führt zu einem stärkeren Wasserzyklus. "Wärmere Luftmassen nehmen mehr Wasserdampf auf. Daher steht mehr Wasser für Niederschläge zur Verfügung." Andere Gebiete werden den Voraussagen zufolge langfristig trockener. "Der Mittelmeerraum wird stärker unter den Einfluss des Azorenhochs kommen." Einziges Gegenmittel sei der Umstieg auf alternative Energien, und zwar weltweit. "Langfristig kann man das Problem nur lösen, wenn man komplett wegkommt von den fossilen Brennstoffen", sagte Latif. "Es ist billiger, jetzt alternative Energien zu fördern als im Jahr 2050 pausenlos Gewitterschäden zu beseitigen." (APA)