Wien - Der Viennabike-Neustart gestaltete sich am Montag offenbar recht turbulent. Trotz schlechten Wetters und andauerndem Regens musste das neue Informationsteam zahlreiche Einsätze absolvieren. Das bestätigte der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma "Securitas", Erich Liskal.Alle Räder bis abend ausliefern Laut Viennabike-Sprecher Michael Kuhn war die Auslieferung der Räder voll im Gange: "Bis zum Abend werden wir alle 1.200 Räder ausgeliefert haben." Er schätzte, dass 200 bis 300 Räder bereits benützt worden seien. Am Vormittag waren - etwa in den Bezirken Margareten, Mariahilf und Neubau - etliche Ständer fast leer. An manchen war nur ein einziges Viennabike angekettet. Auch Terminals ohne Gratis-Leihrad wurden gesichtet. Dafür gibt es mehrere Gründe, betonte Betreiber-Sprecher Michael Kuhn: In manchen Gebieten sei "noch nicht voll ausgeliefert" worden. Außerdem seien zahlreiche Radler trotz Regen bereits mit den bunten Gefährten unterwegs. Strenge Auflagen Nachdem der erste Versuch an mangelnder Disziplin der Radfahrer gescheitert ist - viele sahen die Leihräder als ihr Eigentum an und brachten sie nicht mehr zurück -, gibt es jetzt strenge Auflagen für die Nutzer. Wer das Rad ausleiht, verpflichtet sich vertraglich, nicht aus dem vorgesehenen Bereich innerhalb von Gürtel und Donaukanal hinauszufahren. Streng verboten ist ab nun auch, die "Viennabikes von öffentlichem Grund zu entfernen". Die Klausel soll verhindern, dass die blauen und rosafarbenen Räder in Hinterhöfen verschwinden, statt zum Terminal zurückgebracht zu werden. Strafe von 50 Euro Bei Nicht-Einhaltung der Regeln droht der Verein Viennabike mit einer Vertragsstrafe in der Höhe von 50 Euro. Kontrolliert wird das ganze vom so genannten Infoteam. Dabei handelt es sich um 25 Mitarbeiter der Securityfirma "Securitas", die Tag und Nacht patrouillieren werden, sagte Kuhn. Ansonsten hat sich bei den Viennabikes nichts verändert: Nach wie vor reicht eine Zwei-Euro-Münze, um das Rad auszuleihen. Bei Verdacht einer strafbaren Handlung Der Präsidialchef der Bundespolizeidirektion Wien, Leo Lauber, hat am Montag betont, dass die Exekutive nur bei Verdacht auf eine strafrechtlich relevante Handlung aktiv werden wird: "Wir haben klare Vorgaben, wann wir einzuschreiten haben." Sollte ein Viennabike-Benutzer außerhalb der erlaubten Zonen unterwegs sein, sei dieser Anlass im Prinzip noch nicht gegeben, so Lauber. Zur Rede gestellt wird die betreffende Person erst, wenn der Verdacht besteht, dass sie sich das Gefährt überhaupt aneignen will - etwa weil sie es in ein Auto lädt. Auch Vandalen droht eine Anzeige, wie Lauber betonte. Vorerst - also am ersten Tag des Neustarts - sei ihm noch kein derartiger Vorfall bekannt, berichtete Lauber. Die Wiener Polizei werde jedenfalls eine Statistik über ihre Einsätze in Sachen Viennabike führen, kündigte er an. Kritik der FPÖ Kritik am Neustart der Viennabikes kam von Seiten der Rathaus-FPÖ. Parteichef Hilmar Kabas kündigte in einer Aussendung an, bei einem "neuerlichen Flop" einen Misstrauensantrag gegen Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) zu stellen. Er zweifle am Erfolg des Neustarts der Gratis-Leihräder, betonte Kabas. Das Pfandleihsystem, so meinte er, sei "bereits gescheitert". (APA)