Vorschläge sollen bis Jahresende vorliegen Brüssel - Die EU-Kommission strebt eine neue Grundlage für die Abschiebung illegal in der Union lebender AusländerInnen an. Entsprechende Vorschläge will die Kommission bis zum Jahresende vorlegen, wie am Montag in Brüssel bekannt wurde. Eine Anhörung von Experten am Dienstag soll dafür die Basis bilden, sagten Kommissionsbeamte in Brüssel. Ziel ist es unter anderem, rechtliche Hürden abzubauen und Abschiebungen schneller und effizienter zu machen. EU-weite Zusammenarbeit "Es könnten gemeinsame Normen für Ausweisung, Abschiebehaft und Abschiebung festgelegt werden", heißt es im so genannten "Grünbuch über eine Gemeinschaftspolitik zur Rückkehr illegal aufhältiger Personen", das der Expertenrunde am Dienstag zu Grunde liegt. "Die Mitgliedstaaten sollten dafür Sorge tragen, dass Maßnahmen zur Beendigung des illegalen Aufenthalts unionsweit gelten." Bisher ist die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet beschränkt. Zwar gibt es eine EU-Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung von Abschiebe-Entscheidungen. Ihre Anwendung ist aber nicht bindend. "Dennoch wäre dies ein logischer Schritt, um die Rückführung illegal aufhältiger Personen, die nach einer Rückführungsentscheidung eines Mitgliedstaates untergetaucht sind und in einem anderen Mitgliedstaat aufgegriffen werden, effizient zu bewerkstelligen", wirbt die Brüsseler Behörde für gemeinschaftliches Vorgehen. Die Kommission will außerdem die freiwillige Rückkehr der Betroffenen fördern. "Manche wollen freiwillig zurückkehren, haben aber nicht das Geld dafür", sagte ein EU-Experte. So wurden im Jahr 2000 nach unvollständigen Zahlen des Europäischen Statistikamtes insgesamt 367.552 Menschen zwangsweise in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Im Rahmen freiwilliger Rückkehrprogramme kehrten 87.628 Menschen heim. Mehrere Todesfälle bei Abschiebungen Bei der zwangsweisen Abschiebung hat die Kommission unter anderem Vorschläge für gemeinsame Sicherheitsnormen gemacht. Sie reagiert damit auf Fälle in Österreich, Deutschland und Belgien, in denen Menschen bei der Abschiebung ums Leben kamen. Die Fachleute sollen am Dienstag zudem diskutieren, ob Dauer und Bedingungen der Abschiebehaft EU-weit einheitlich geregelt werden sollten. In manchen EU-Staaten ist die Haft auf wenige Tage beschränkt, anderswo darf sie einige Monate dauern, oder es gibt keinerlei gesetzliche Vorgaben.