Lenox - Tränenreich und mit einer symbolischen Rückenwendung zu dem Orchester, dem er 29 Jahre lang als Dirigent vorstand, hat sich Seiji Ozawa am Sonntag von seinem Boston Symphony Orchestra verabschiedet.Griff zum Taktstock Nach einem Galakonzert zu Ehren Ozawas mit den Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch, John Williams und Federico Cortese am Samstag ergriff der scheidende Chefdirigent noch einmal selbst den Taktstock und führte sein Orchester ein letztes Mal durch Werke, mit denen er sich einen Namen schuf: Berlioz' "Symphonie fantastique" und Beethovens "Chorfantasie op. 80". Ab der kommenden Saison wird Ozawa als Musikdirektor der Wiener Staatsoper fungieren. Eine lange Zeit in Boston Kein anderer Dirigent war dem Boston Symphony Orchestra - oder irgendeinem anderen namhaften Orchester in den USA - so lange verbunden wie Ozawa. Der mit seinem langen, zotteligen Haarschopf noch heute unverkennbare Dirigent war 1960 als junger Musiker aus Japan nach Tanglewood gekommen, der Sommerresidenz und Schule für den Nachwuchs des berühmten Orchesters fiel er dem Meisterdirigenten Leonard Bernstein auf, der ihn 1961 als seinen Assistenten an die New Yorker Philharmonie holte. Hörte mit seinem "Debüt" auf Ozawa gab 1964 in Tanglewood sein Debüt mit den Bostoner Symphonikern und wählte jetzt das gleiche Pult, um sich von seinem Orchester zu verabschieden. Den Schlusspunkt setzte er mit Randall Thompsons Choral "Alleluia", dem ersten Stück, das er als junger Musiker dirigiert hatte. Ozawas Nachfolger Ozawa wird in Boston und Tanglewood von James Levine abgelöst, dem Musikdirektor der Metropolitan Opera in New York. (APA/dpa)