Nürnberg - Wegen Geiselnahme von U-Bahn-Fahrgästen hat ein Gericht in Nürnberg am Montag einen Mann zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der lebensmüde 32-Jährige hatte im Dezember 2001 eine U-Bahn in Nürnberg entführt, um von Polizisten erschossen zu werden. Zur Urteilsbegründung sagte der Richter, der Angeklagte habe die Polizei "instrumentalisiert". Die Gefängnisstrafe sei auch als Abschreckung von Nachahmungstätern gedacht.Forderung an Polizei, ihn zu erschießen Der 32-Jährige hatte Ende Dezember vergangenen Jahres kurz vor Mitternacht eine noch mit 25 Fahrgästen besetzte U-Bahn in seine Gewalt gebracht. Dabei hatte er dem damals 33 Jahre alten Zugführer gedroht, er werde die U-Bahn mit einer Handgranate in die Luft sprengen, wenn dieser seinen Anweisungen nicht folge. Zugleich forderte er die Polizei wiederholt auf, ihn zu erschießen. Geiselnahme konnte unblutig beendet werden Etwa 30 Minuten später ging die Entführung in der Nürnberger Innenstadt unblutig zu Ende: Die Fahrgäste, die sich überwiegend in den hinteren U-Bahn-Waggons aufgehalten und von der Entführung nichts mitbekommen hatten, konnten den Zug verlassen. Auch der Fahrer war ausgestiegen. Der Entführer wurde dann beim Versuch gefasst, durch einen Tunnel zu entkommen. Seine "Handgranate" entpuppte sich anschließend als vergleichsweise harmloser militärischer Rauchgaskörper. (APA/dpa)