Bonn - Außerirdische sind nach Expertenansicht keine reine Spinnerei von Science-Fiction-Autoren. "Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es noch irgendwo anders als auf der Erde Leben gibt", sagte die Astrobiologin Gerda Horneck vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag in Bonn. Dies betreffe aber vor allem einfaches mikrobiologisches Leben, weniger intelligente Lebewesen als den Menschen auf der Erde. "Dazwischen liegt ein Sprung." Bisher gebe es aber noch keine Spuren oder Hinweise auf irgendwelches außerirdisches Leben auf einem anderen Planeten, berichteten die Experten übereinstimmend auf der Bonner Wissenschaftspressekonferenz (WPK). Die Suche nach Leben in unserem Sonnensystem werde sich in den kommenden Jahren vor allem auf den Mars konzentrieren, sagte Horneck, zu deren Forschungsschwerpunkten die Suche nach Mikroben im Weltall gehört. Es sei inzwischen nachgewiesen, dass es auf dem Roten Planeten Wasser gab oder noch gibt. Der Mars sei einst heiß und feucht gewesen und habe für Lebewesen ähnlich günstige Bedingungen geboten wie die Erde. Flüssiges Wasser sei eine Voraussetzung für die Existenz von Leben. Im kommenden Jahr soll der "ESA Mars Express" zu neuen Erkundungen zum Nachbarplaneten der Erde starten. "Bisher forschen wir nur vor unserer Haustür" Dieser Ansicht ist Prof. Walter Flury vom European Space Operation Center (ESOC/Darmstadt). Es gebe Milliarden von Galaxien. "Ich glaube schon, dass man dort Bedingungen ungefähr wie auf der Erde findet. Das muss fast so sein." Flury berichtete von neuen Projekten der Europäischen Weltraumagentur (ESA) zur Suche nach Leben im All. Bis Anfang Juli seien bereits 100 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (Exoplaneten) entdeckt worden, berichtete Günther Wuchterl (Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik/Garching). Dies sei erst die Spitze des Eisbergs. Wenn es extraterrestrische Lebewesen gebe, dann seien sie allerdings schon auf Grund der begrenzten technischen Möglichkeiten noch für lange Zeit "außerhalb unserer Reichweite", betonte Norbert Junkes (Max-Planck-Institut für Radioastronomie/Bonn). Seit 40 Jahren suche man nach künstlichen Radiosignalen - bisher ohne positives Ergebnis. (APA/dpa)