Wien/Saint Paul de Vence - In den kommenden Jahren werden die Ausgaben für Informationstechnologie in einem höheren Ausmaß als bisher für komplexe Sicherheitssysteme aufgewendet werden, sagt Ray Stanton, zuständig bei Unisys für Security-Practice. Denn es genüge nicht mehr, ein einmal eingeführtes Sicherheitskonzept über einen längeren Zeitraum ohne Adaptionen laufen zu lassen. "Die großen Unternehmen unterziehen ihre Sicherheitspolitik bereits halbjährlich einer Überprüfung", sagt Stanton. Gleichzeitig allerdings fehlte ihnen eine kontinulierliche Dokumentation aller Sicherheitsmaßnahmen. Datendiebstahl nimmt zu Der Grund für den Fokus: Während die Hacker-Werkzeuge, die teilweise unentgeltlich im Internet zum Herunterladen bereitstehen, immer ausgefeilter werden, ist das erforderliche technische Wissen für ihre Anwendung stark gesunken. Dementsprechend nehmen Datendiebstahl, -manipulationen und -zerstörung aus dem Internet immer mehr zu.

Laut dem "Computer Crime and Security Survey" verwenden zwar schon 89 Prozent der US-Firmen Firewalls. Solche Systeme basieren auf Rechnern, die einem lokalen Netzwerk vorgeschaltet sind und die nicht Befugtes herausfiltern. Gleichzeitig aber, so die Untersuchung, können 67 Prozent der Angriffe aus dem Web von einer Firewall nicht abgehalten werden, weiß Xavier Juredieu von Internet Security Systems (ISS), ja, sie werden nicht einmal bemerkt.

Dementsprechend glaubt Juredieu, dass der Markt für Sicherheitssoftware, der derzeit lediglich 4,5 Milliarden Dollar ausmacht, in den kommenden Jahren stark anwachsen wird und dass in den nächsten fünf Jahren die Ausgaben für Services und Software hin zu Sicherheitslösungen gehen werden. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe 16.7.2002)