Wien/Zagreb - Der Sommer befindet sich in weiten Teilen Europas auf Sommerpause. Schuld daran ist ein, laut Meteorologen für diese Jahreszeit seltenes, Italientief. Die feuchte, schwüle Luft aus Südsüdwest bringt voraussichtlich bis zum Wochenende Wolken und Niederschläge mit zwischenzeitlich geöffneten Sonnenfenstern. Die Hagelgefahr bleibt weiterhin groß.In den vergangenen Tagen gingen nicht nur zwischen Bodensee und Neusiedler See schwere Unwetter nieder. Auch die kroatische Halbinsel Istrien wurde von Stürmen teilweise verwüstet. Dabei kam ein österreichischer Tourist ums Leben. Der 39-jährige Kärntner, der auf einem Campingplatz nahe der Stadt Porec Urlaub machte, wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen. Das österreichische Außenministerium bestätigte Montag entsprechende Berichte aus kroatischen Tageszeitungen. Durch die Unwetter auf Istrien dürfte noch ein zweiter Urlauber getötet worden sein. Es handelt sich um einen vermissten Surfer, der seit Sonntag gesucht wurde. Angaben zu seiner Nationalität lagen nicht vor. Alarmbereitschaft In den kommenden Tagen stehen vor allem Gewitter auf dem Wetterprogramm. Ihre Heimtücke: Eine genaue Vorhersage ist unmöglich. Feuerwehren stehen rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Im nördlichen Burgenland zum Beispiel gingen vergangenen Sonntag bei der Alarmzentrale der Feuerwehr in nur zwei Stunden Hunderte Notrufe ein. Allein in Gols mussten 100 überschwemmte Keller ausgepumpt werden, bilanzierte Montag die Feuerwehr. Die Gesamtsumme des materiellen Schadens wird erst in Wochen feststehen. Eine erste Schadensmeldung wurde Montag zum Hochwasser vor wenigen Wochen im südlichen Niederösterreich und in Wien-Umgebung vorgelegt: drei Millionen Euro. Schadensfälle können weiterhin bei der Landesregierung gemeldet werden. Insgesamt rechne man mit einem Schaden von 20 Millionen Euro, gab der zuständige Landesrat Josef Plank bekannt. Hagelunwetter haben ebenfalls weiterhin Hochsaison. Österreich liegt, zum Leidwesen der Landwirtschaft, mitten in einem Hagelzentrum, das unter dem Einfluss des Golfstromes von Südwesten nach Osten verläuft. Die heimische Hagelversicherung hat laut eigenen Angaben in den Jahren 2000 und 2001 rund 78 Millionen Euro für Hagelschäden in der Landwirtschaft ausbezahlt. (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 15. 7. 2002)