Wien - "In Wien könnte dreimal so viel geradelt werden", forderte Wolfgang Rauh vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag. Denn eine Untersuchung des VCÖ zeige, dass ein verstärkter Umstieg vom Auto auf das Fahrrad deutlich mehr bringen würde, als bisher angenommen: Demnach ist jeder zweite mit dem Auto zurückgelegte Weg kürzer als vier Kilometer. Und könnte daher zu einem überwiegenden Teil durch das Fahrrad ersetzt werden."Auf kurzen Strecken - bis etwa vier Kilometer - ist das Rad schneller als das Auto", argumentiert Rauh. "Radfahrende stehen nicht im Stau und ersparen sich die langwierige Parkplatzsuche." Der VCÖ hofft daher, dass Projekte wie das "Viennabike" mehr Lust auf innerstädtisches Radeln machen - das Potenzial wäre jedenfalls dreimal so groß wie der heutige Fahrrad-Anteil im Verkehrsgeschehen. Rauh: "Damit würde Wien den Radverkehrsanteil von derzeit vier auf zwölf Prozent erhöhen und hätte dann soviel wie Bern oder Hamburg." Um das Radfahren aber attraktiver zu machen fordert der VCÖ: Die derzeit geltende Radwegbenützungspflicht sollte aufgehoben werden. Mehr Einbahnen sollten für das Radfahren geöffnet werden. Mehr Platz für Radfahrer in der Verkehrsplanung. Mit Werbung die Motivation für das Umsteigen auf das Fahrrad steigern. Sowie: Unterstützung für Betriebe, die den Angestellten Anreize bieten, um mit dem Rad in die Arbeit zu fahren. (frei/DER STANDARD, Printausgabe, 15. 7. 2002)