Wien - Die Unesco ist wegen des Hochhaus-Projektes Wien-Mitte "besorgt". Bei einer Sitzung des Welterbekomitees in Budapest wurden die umstrittenen Türme (Höhe 97 Meter) Ende Juni als zu hoch eingestuft; Wien wurde "dringend gebeten", bis Herbst einen Bericht vorzulegen.Ein Verfahren auf Aberkennung des Prädikats Weltkulturerbe für die Wiener Innenstadt wurde nicht eingeleitet, teilte eine Unesco-Sprecherin am Montag in Wien mit. FP-Gemeinderat Heinz-Christian Strache erklärte dagegen, er wisse aus "gewöhnlich gut informierten Kreisen", dass ein Verfahren für den möglichen Prädikats-Entzug sehr wohl begonnen worden sei. Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) wertete dies als "übliche Panikmache" der FPÖ. Für das Hochhausprojekt liegt eine gültige Baubewilligung vor - sie war noch vor der Welterbe-Entscheidung erteilt worden. Fancesco Bandarin, Direktor des Unesco-Weltkulturerbe-Centers, besah sich die Situation Ende Mai selbst - und war danach persönlich der Meinung, dass das Bauvorhaben keine Gefährdung des historischen Stadtbildes darstelle. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 15. 7. 2002)