Klagenfurt - FP-Finanzreferent Karl Pfeifenberger will den Großteil der Kärntner Landesspitäler verkaufen. Im Schnellverfahren - der Akt wurde erst vergangenen Donnerstag der Finanzabteilung zugewiesen - soll das schon heute, Dienstag, in der Landesregierung beschlossen werden. Käuferin soll die ausgegliederte Landesimmobiliengesellschaft (LIG) sein.Betroffen sind die Spitäler Villach, Wolfsberg, Laas, Hermagor und Teile des Landeskrankenhauses Klagenfurt. Pfeifenberger erwartet sich einen Verkaufserlös in der Höhe von über 70 Millionen Euro. Das Geld braucht er dringend, um den milliardenteuren Neubau des LKH Klagenfurt zu finanzieren. Für Spitalsreferent Peter Ambrozy (SP) ist der Verkauf an die LIG ein erster Schritt zu "Totalprivatisierung und Zweiklassenmedizin". "In Wahrheit müssen die Spitäler den Verkaufspreis über die Miete an die LIG selbst bezahlen." Die Folge wären "zwangsläufig Personallabbau und Einschränkung der medizinischen Leistungen für alle", so Ambrozy im Gespräch mit dem STANDARD. VP-Chef Georg Wurmitzer will dem Verkauf zustimmen: "Ich sehe kein Problem, wenn das Geld wieder den Spitälern zufließt. Dem Neubau des LKH-Klagenfurt, den ja Ambrozy unbedingt wollte, haben wir alle zugestimmt." Natürlich werde es einen Personalabbau verbunden mit einer drastischen Bettenreduzierung in Klagenfurt geben. Das sei ja auch so vereinbart. Eine Vereinbarung, die Ambrozy freilich so nicht getroffen haben will. Er verweist auf einen Pakt zwischen Landeshauptmann Jörg Haider und dem Betriebsratsobmann der Landesspitäler, Gebhard Arbeiter, wonach kein weiteres Personal abgebaut werde. "Jetzt wird man ja sehen, ob er das Papier wert ist." Auch gebe es im Aufsichtsrat längst andere Finanzierungsmodelle für den LKH-Neubau, vermutet Ambrozy eine "neue schwarz-blaue Packelei". (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 16.7.2002)