Wien - Beim Verhältnis zwischen Euro und Dollar können "Schwankungen kurzfristiger Natur möglich sein", erklärte Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher in der "ZIB 2" des ORF am Montag. Der "relativ hohe Eurokurs" könne auch wieder zurück gehen. Was die Außenwirkung des starken Euro für den Export bedeutet, meinte Liebscher, man solle das "nicht überbewerten". 80 Prozent aller Exporte, Importe und Dienstleistungen bezogen auf die europäische Wirtschaftskraft "spielen sich im Binnenmarkt ab". Dies bedeute, dass "wir das Groß des außenwirtschaftlichen Geschäfte innerhalb des Eurogebiets machen"."Preisstabiles Umfeld" Dass die US-Wirtschaft, auch wenn es ihr nicht so gut gehen, die Konjunkturlokomotive der Welt sei, dessen sei man sich bewusst. "Aber damit sollen wir uns nicht zufrieden geben". Insgesamt sieht Liebscher den Kurs des Euro aber nicht gefährdet. "Man darf nicht unterschätzen, was in den letzten zehn Jahren im heutigen Eurogebiet passiert ist. Wir hatten damals im Schnitt fünf Prozent Budgetdefizite, jetzt knapp über einem Prozent. Es seien einige strukturelle Reformen durchgeführt worden und "was wir besonders schätzen, ist ein sehr preisstabiles Umfeld". Auf die Frage, was es für die Zinsen bedeutet, wenn der Euro über dem Dollar bleibt, sagte Liebscher, dies sei derzeit nicht zu beantworten. "Wir haben kein Wechselkursziel". Es gebe aber derzeit zweifellos positive Effekte, diese seien andererseits "sehr schwer quantifizierbar", so Liebscher. (APA)