Bagdad - Der Irak wird nach den Worten von Außenminister Naji Sabri "jedem Aggressor den Kopf abschlagen". In Fragen der "Verteidigung der Würde und der vitalen Interessen der Nation" könne es keine Flexibilität geben, erklärte der Minister am Montagabend im irakischen Fernsehen. An die arabischen Länder richtete Sabri einen Appell zur Solidarität mit dem Irak. Die amerikanischen Drohungen seien nicht nur gegen sein Land, sondern auch gegen andere arabische Länder gerichtet, hob der irakische Außenminister hervor. US-Präsident George W. Bush hatte in der vergangenen Woche bekräftigt, die USA würden alle verfügbaren Mittel einsetzen, um den irakischen Staatschef Saddam Hussein zu stürzen. US-Präsident Bush habe nicht nur dem Irak gedroht, sondern auch Syrien, dem Libanon "und anderen", sagte Sabri. Bei einem US-geführten Luftangriff im Südirak ist nach irakischen Angaben vom Montag ein Mensch getötet worden. Ein Militärsprecher sagte der amtlichen irakischen Nachrichtenagentur INA, amerikanische und britische Kampfflugzeuge hätten am Sonntagabend zivile Einrichtungen in der Provinz Najaf angegriffen, rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bagdad. Neben einem Todesopfer habe es sechs Verletzte gegeben. Der Militärsprecher erklärte, "mutiger Widerstand am Boden" habe die Flugzeuge zum Rückzug aus dem irakischen Luftraum gezwungen. Angriff nicht das Beste Der jordanische König Abdullah II. hat vor einem militärischen Alleingang der USA gegen den Irak gewarnt. In einem am Montag gesendeten Interview der US-Fernsehgesellschaft NBC sagte der haschemitische Monarch, die USA würden in eine schwierige Lage geraten - "es sei denn, sie überzeugten die internationale Gemeinschaft von der Durchführbarkeit und dem Grund, den Irak anzugreifen. Ein Angriff könnte nicht das Beste sein. Lasst uns einen Dialog versuchen." Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb am Montag, Syrien kaufe unter Verletzung des UNO-Embargos heimlich Waffen für den Irak. Syrien liefere dem Irak unter anderem russische Kampfflugzeug- und Panzermotoren sowie tschechische Abwehrkanonen. Die türkische Oppositionsführerin und Ex-Ministerpräsidentin Tansu Ciller hatte am Montag angeboten, an die Spitze der Regierung zu treten, und dies mit künftigen US-Militäroperationen gegen den Irak begründet. US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz hatte sich zu Gesprächen in Ankara aufgehalten. Die USA nutzen den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik bei der Kontrolle der irakischen Flugverbotszonen. Die Unterstützung Ankaras gilt als entscheidend für einen möglichen US-Militäreinsatz gegen den Irak. (APA)