Bregenz – "Ein Jahr, das uns einige Sorgen bereitet hat", endete für Wolford mit einem Ergebnis vor Steuern (EGT), das von 286.000 Euro auf minus 5,64 Mio. Euro sank, sagte Fritz Humer, Vorstandsvorsitzender des Vorarlberger Dessousproduzenten. Als Gründe für die Einbrüche nannte Humer hohe Einmalaufwendungen von 4,2 Mio. Euro – allein Schließungen unrentabler Boutiquen kosteten 3,4 Mio. Euro. Und: "extreme Kaufzurückhaltung in Weltstädten".

Der Umsatz des börsennotierten Unternehmens sank um vier Prozent auf 137,62 Mio. Euro, der Jahresfehlbetrag beträgt 4,6 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) rutschte auf minus 2,4 Mio. Euro – Humer gab sich am Dienstag trotzdem gelassen: "Sogar Esteé Lauder fuhr heuer ein Minus von acht Prozent ein, da liegen wir mit minus vier Prozent noch gut." Der Relativierung folgte die Einsicht: "Obwohl wir schlanker und flexibler geworden sind, war das noch zu wenig für einen Turnaround."

Abgeschlankt

Abgeschlankt hat der Hersteller von edlen Beinkleidern vor allem beim Personal: Aktuell beschäftigt Wolford 1693 Mitarbeiter, das sind 199 weniger als im Vorjahr. Damit wurde der Personalaufwand um 5,2 Mio. EURO gesenkt, das sei es auch gewesen.

Angepeiltes Ziel für das neue Geschäftsjahr ist ein "ausgeglichenes Ergebnis". Wolford könnte, so Humer "ein Umsatzplus von zehn bis 15 Prozent schaffen". Starke Hoffnungen setzt man in "Individual Nature", Strumpfprodukte aus Naturfaser. Diese sollen mit einem Werbeaufwand von zwei Millionen Euro gepusht werden. Ausbauen will Wolford die Swimwear und Bodyculture-Linie. Steigen sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Mit 8,2 Mio. Euro liegen diese bei sechs Prozent des Umsatzes. Dividende auf die "Lady-Aktie" wird keine ausgeschüttet. (jub, DER STANDARD, Printausgabe 17.7.2002)