Bordeaux - Die Fahrer der 89. Tour de France hatten am Dienstag am ersten Ruhetag dieser Rundfahrt Gelegenheit zum Durchatmen, ehe es am Donnerstag nach einer Flachetappe in die Pyrenäen geht. Die Österreicher Gerhard Trampusch und Peter Luttenberger werden die zehnte Etappe am Mittwoch als 87. bzw. 89. mit jeweils über zehn Minuten Rückstand auf den führenden Spanier Igor Gonzalez de Galdeano in Angriff nehmen. Mit diesen Platzierungen sind beide in einer ersten Zwischenbilanz nicht zufrieden, auch wenn vor allem für Trampusch das erklärte Ziel "nur" die Ankunft am Tour-Finish in Paris ist."Es hätte besser laufen können" Der Tiroler analysiert seine Leistung auf den ersten neun Teilstücken der "Großen Schleife" selbstkritisch: "Es hätte etwas besser laufen können. Im Zeitfahren habe ich sechs Minuten verloren, da war ich heuer schon stärker. Und im Team-Zeitfahren haben wir auch eingebüßt, da haben wir nur zu fünft Tempo gemacht. Die anderen waren zu schwach" Dieses Team-Zeitfahren am vergangenen Mittwoch hatte Trampusch ursprünglich am meisten Sorgen bereitet, doch der Mapei-Profi setzte dann sogar Akzente. Ausfall des Chefs kommt gelegen Das gelang ihm auch schon davor auf der zweiten Etappe, als Team-Leader Oscar Freire siegte. Doch der Weltmeister aus Spanien musste am Sonntag wegen Rückenbeschwerden nach einem Massensturz am Vortag das Handtuch werfen. Trampusch ist von Stürzen hingegen noch verschont geblieben. Der 25-Jährige hofft nun in den Bergen auf starke Auftritte: "Nach dem Ausfall von Freire fahren wir eigentlich für niemanden speziell. Das kommt mir sicher entgegen. Mein erstes Ziel bleibt aber trotzdem Paris." Für die Zukunft empfehlen Der Tiroler muss sich derzeit auch mit seiner sportlichen Zukunft beschäftigen, da Mapei ja als Hauptsponsor aussteigt. Der belgische Konzern Quick-Step steigt zwar ein, doch nur etwa die Hälfte der Fahrer soll übernommen werden. "Mein Vertrag läuft heuer aus, ich möchte aber beim Team bleiben. Mit guten Leistungen in den Bergen kann ich mich sicher empfehlen." Trampusch erwartet für Ende der Woche weitere Gespräche. Lutte verlor mehr als zehn Minuten Luttenberger, der Gesamt-Fünfte von 1995, kann sich auf den noch ausständigen elf Etappen nur nach vorne orientieren. Der Steirer liegt bereits 10:40 Min. hinter Leader Igor Gonzalez de Galdeano, der vor der Tour angestrebte Top-Ten-Platz scheint außer Reichweite. "Lutte" gibt sich aber noch Chancen: "Sicher, ich habe bisher einiges verloren. Aber es hat noch keine Berge gegeben, am Donnerstag fängt die Tour noch einmal von vorne an. Prognose gebe ich aber keine ab." Luttenberger will in den Pyrenäen einerseits seine Chance suchen, sein Abschneiden beim Zeitfahren mit 5:38 Min. Rückstand hängt ihm aber natürlich nach. "Da bin ich nicht wirklich stark gefahren." Unterstützung in den Bergen durchs Team Seit Samstag ist Luttenberger freilich gehandicapt, als er in den Massensturz auf der siebenten Etappe verwickelt war und 51 Sekunden verloren hat. "Ich bin in den Pedalen hängen geblieben und hab' mir eine Muskelverletzung am rechten Fuß zugezogen. Das sticht beim Fahren ein bisschen. Aber in den Bergen will ich trotzdem angreifen. Da gibt es ja immer große Umstürze. Frigo und ich werden da die Unterstützung des Teams haben", weiß der Tacconi-Fahrer. (APA)