Kurz vor der Sitzung des Telekom -Aufsichtsrats über die Zukunft von Firmenchef Ron Sommer hat die Union Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erneut Versagen bei der Behebung der Führungskrise in dem Unternehmen vorgeworfen. "Gerhard Schröder will ihn (Sommer) offensichtlich loswerden, weil er Probleme hat, im Wahlkampf noch das Macher-Image aufrecht zu erhalten", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Friedrich Merz, am Dienstag in der ARD. Entscheidungen Die deutsche Bundesregierung habe der Deutschen Telekom im Jahr 2000 Milliarden an Kapital entzogen. "Da braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass der Aktienkurs so in den Keller geht." Für die umstritten hohen Gehälter der Telekom-Vorstände sei die Bundesregierung mitverantwortlich, da sie um Aufsichtsrat des Unternehmens vertreten sei. "Das gesamte Dilemma, das wir hier im Augenblick erleben, ist der Bundesregierung anzulasten." Vorwürfe "Wenn Herr Schröder den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom nicht mehr will, dann muss er ihn ablösen, dann muss er aber auch einen anderen haben, der das machen kann", sagte Merz. Schröders Vorgehen sei dilettantisch. Er forderte, die Politik solle sich aus der Unternehmensführung heraushalten. Die Union hatte bereits in den vergangenen Tagen das Verhalten der Bundesregierung kritisiert, nachdem Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) vor gut einer Woche die Telekom selbst zum Wahlkampfthema gemacht hatte. Damals hatte er die Gehaltserhöhungen für die Vorstände bei gleichzeitigem Kursverfall der Aktie kritisiert und die Bundesregierung zum Eingreifen aufgefordert. FDP dagegen Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, sprach sich gegen eine Ablösung Sommers aus. Sommer dürfe nicht zum Opferlamm für rot-grüne Unfähigkeit werden, sagte Brüderle im Deutschlandradio. Sommer war unter anderem wegen des fallenden Aktienkurses der Telekom in die Kritik geraten. (APA/Reuters)