Wien - Die Anschaffung der Eurofighter-Abfangjäger sei ein konkreter Schritt in Richtung Aufgabe der Neutralität, kritisiert SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl in einer Aussendung am Dienstag. Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) sehe Österreich offensichtlich schon als NATO-Mitglied und wolle Kampfeinsätze im Ausland fliegen lassen. Scheibner brüste sich mit den teuersten Kampffliegern auf Kosten der Österreicher, die dieses "unnötige und teure Kriegsspielzeug bezahlen müssen". Damit sei auch klar, warum die Regierung dem SPÖ-Argument nicht zugänglich war, wonach Österreich die Entscheidung, welche Rolle es im künftigen europäischen Sicherheitssystem übernimmt, abwarten solle, bevor es Milliardenbeträge für Kampfflieger ausgibt, die dann nach dem Prinzip der Aufgabenteilung wahrscheinlich gar nicht gebraucht werden. Am Beispiel Irland werde deutlich, dass ein Land sehr wohl innerhalb der EU durchsetzen könne, die Neutralität auch im Rahmen der Teilnahme an einem gemeinsamen europäischen Sicherheitssystem aufrecht zu erhalten. "Die österreichische Regierung aber übt sich in nicht gebotenem vorauseilendem Gehorsam und würde offensichtlich lieber heute als morgen die Neutralität über Bord werfen", so Kuntzl. Abschließend bekräftigte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin die Forderung der SPÖ nach einer Volksabstimmung über den Ankauf der Kampfflieger: diese erscheine angesichts der "umfassenden Kriegsplanung" Scheibners dringender denn je. (APA)