In Graz kursieren derzeit offenbar gefälschte Briefe der Kriminalpolizei: Bewohner des Bezirks St. Peter erhielten ein Schreiben, das Formulare enthielt, die der Ermittlung persönlicher Daten dienen sollten. Die Empfänger der Briefe sollten diese ausgefüllt an die Polizei zurückschicken. Bei der Exekutive wusste man allerdings nichts von so einem Schreiben. Vor einem Jahr waren in der Steiermark fingierte Schreiben des Innenministeriums im Umlauf gewesen.Unterzeichnet von "Oberrat Johannes Schober" Das Schreiben hatte ein "Oberrat Johannes Schober" unterzeichnet. Der Mann ist allerdings bei der Polizei unbekannt. In dem Brief ist angeführt, dass es im Wohnbezirk der betreffenden Anrainer zu einem massiven Anstieg der Suchtgiftdelikte gekommen sei. Um einem eventuellen Drogenring auf die Spur zu kommen, sei eine "flächendeckende Überwachung" nötig, die eine Rufdatenerhebung ebenso wie die "stichprobenartige Erfassung von Gesprächsinhalten" einschließen würde. Die Haushalte wurden in dem Schreiben ersucht, ihre Einwilligung zu den Überwachungen zu geben und zu diesem Zweck ein Formular mit allen persönlichen Angaben sowie Telefonnummern auszufüllen. Schreiben wegwerfen Die Bundespolizeidirektion stellte zu diesen Briefen fest, dass sie nicht "Absender derartiger Postwurfsendungen" sei. Eine solche Vorgangsweise würde "nicht den gesetzlichen Regelungen entsprechen", hieß es weiter. Den Empfängern der Briefe wurde geraten, die Schreiben einfach wegzuwerfen. Seitens der Polizei wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Im August vorigen Jahres kursierten in der Steiermark Fragebögen mit gefälschten Briefköpfen des Landesverfassungsdienstes sowie des Innenministeriums, in denen die Empfänger ebenfalls zur Offenlegung von persönlichen Daten aufgefordert wurden. In den Schreiben wurde der Anschein erweckt, dass es um die Korrektur persönlicher Daten geht, die im Zuge der Vorfälle beim Weltwirtschaftstreffen in Salzburg sowie beim G8-Gipfel in Genua an ausländische Behörden "weitergeleitet" wurden. (APA)