Ankara/Washington - US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz führt in Ankara Gespräche über eine türkische Beteiligung an einem möglichen Angriff auf den Irak. Wolfowitz soll am Dienstag mit Ministerpräsident Bülent Ecevit und Verteidigungsminister Sabahattin Cakmakoglu zusammentreffen, wie die türkische halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA) meldete. Das NATO-Mitglied Türkei gilt als mögliches Stationierungsgebiet für Truppen der verbündeten USA. Der türkische Vizepremier Mesut Yilmaz hatte am Sonntag gesagt, dass sich Ankara darauf einstellen müsse, dass ein US-Angriff auf den Irak "früher oder später" kommen werde. Er warnte zugleich vor den negativen Folgen einer solchen Aktion für die Stabilität in der Region. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gab unterdessen bekannt, dass die USA derzeit ihre Pläne für einen möglichen Angriff auf den Irak überarbeiteten. Dies sei Bestandteil einer Prüfung und Aktualisierung von Dutzenden von "Kriegsplänen", sagte Rumsfeld am Dienstag dem US-Fernsehsender CNBC. Zugleich spielte er die Bedeutung eines vor wenigen Tagen in der "New York Times" veröffentlichten US-Angriffsplans herunter. Der Bericht sei auf rangniedriger Ebene verfasst und nicht offiziell gebilligt worden. Die Zeitung hatte berichtet, dass eine mögliche Invasion von US-Bodentruppen von der Türkei, Jordanien und der Golfregion aus starten würde. US-Präsident George W. Bush hatte erst vor wenigen Tagen bekräftigt, dass die USA einen Regimewechsel im Irak erreichen wollten. Für den angestrebten Sturz von Staatschef Saddam Hussein würden alle Mittel in Betracht gezogen. (APA)