Berlin - Der deutsche Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) schließt ein Scheitern der Ruhrgas-Übernahme durch den Energiegiganten E.ON nicht aus. "Vor Gericht und auf hoher See sind sie in Gottes Hand", sagte der Minister am Dienstag vor der Berliner Presse zur Intervention des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Jetzt sei die mündliche Gerichtsverhandlung am 24. Juli abzuwarten. Das Oberlandesgericht hatte im Eilverfahren "ernsthafte Zweifel" an der Rechtmäßigkeit der Ministeriumsentscheidung für die Genehmigung der Fusion geäußert und diese vorerst gestoppt. Mit dem gesamtwirtschaftlichen Argument einer besseren deutschen Positionierung am internationalen Gasmarkt hatte sich das Wirtschaftsministerium über die wettbewerbsrechtliche Untersagung des Bundeskartellamts hinweggesetzt. Zahlreiche Beteiligungsauflagen sollen solche Bedenken zerstreuen. Die nach dem Kartellrecht als letztes Mittel mögliche Ministererlaubnis war diesmal nicht von Müller gegeben worden, sondern von seinem Staatssekretär Alfred Tacke. Müller, ehemals Manager des E.ON-Vorläufers Veba, wollte sich damit nicht dem Vorwurf der Befangenheit aussetzen. Zu Fragen nach möglichem Fehlverhalten des Staatssekretärs sagte Müller: "Ich kann dazu wenig sagen, weil ich mich in jeder Beziehung herausgehalten habe. Ich weiß nicht, welche Gespräche Herr Tacke geführt hat." (APA)