London - Der britische Premierminister Tony Blair hält im Falle eines Angriffs auf Irak eine neue UNO-Resolution nicht für nötig. "Wir müssen im Einklang mit internationalem Recht handeln", sagte Blair am Mittwoch im Londoner Unterhaus. Aber dies bedeute nach Ansicht der britischen Regierung nicht automatisch, dass eine neue Resolution der UNO notwendig sei. Die Frage der Massenvernichtungswaffen in Irak müsse angegangen werden, sagte Blair. Dafür gebe verschiedene Möglichkeiten. "Aber wir müssen es tun." Der Premierminister antwortete auf eine Frage des liberaldemokratischen Abgeordneten Charles Kennedy, der wissen wollte, ob Blair in diesem Punkt die Auffassung der US-Regierung teile. Die USA hatten einen Angriff gegen Irak als möglichen nächsten Schritt in ihrem Kampf gegen den Terrorismus genannt und darauf verwiesen, dass sie dazu keiner UNO-Resolution bedürften. Anfang Juli hatte die "New York Times" über geheime Planungen des Pentagon für eine Großoffensive gegen Irak berichtet. Demnach sollen bis zu 250.000 US-Soldaten das Land zu Lande, zu Wasser und aus der Luft angreifen. Die USA betrachten Irak gemeinsam mit Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen" und verdächtigen das Land der Produktion von Massenvernichtungswaffen. (APA)