Ankara - Die USA sind entschieden gegen einen Kurdenstaat im Norden des Irak. Das versicherte der stellvertretende US- Verteidigungsminister Paul Wolfowitz seinen türkischen Gesprächspartnern am Dienstag bei einem Besuch in Ankara. Im Zusammenhang mit den amerikanischen Plänen zum Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein war in der Türkei die Befürchtung geäußert worden, die etwaige Bildung eines Kurdenstaates im Nordirak könnte auch bei den Kurden in Ostanatolien Unabhängigkeitsbestrebungen auslösen. Vor Reportern lobte Wolfowitz nach Gesprächen mit Ministerpräsident Bülent Ecevit, Verteidigungsminister Sabahattin Cakmakoglu und dem Generalstabschef die Türkei als "einzige Demokratie in der Region" sowie die türkische Führung der internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan. Wolfowitz sagte, er habe den türkischen Standpunkt zu verschiedenen Problemen kennenlernen wollen, vor allem zum Irak. Er versprach Hilfe der USA bei der Überwindung der derzeitigen Wirtschaftskrise in der Türkei und Unterstützung bei den Beitrittsbemühungen zur EU. Ankara pocht auf Konsultationen Die türkische Regierung wünscht von den USA "mehr konsultiert" zu werden, verlautete aus Regierungskreisen in Ankara am Mittwoch nach den Gesprächen mit der vom stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz angeführten US-Delegation, der auch der Befehlshaber der US-Truppen in Europa, General Joseph Ralston, angehört. Von der türkischen Regierung sei auf die "extrem negativen" Auswirkungen eines Militärschlags gegen den Irak auf die türkische Wirtschaft hingewiesen worden. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete ferner, dass Wolfowitz den Eindruck vermittelt habe, die USA seien zu einem militärischen Vorgehen gegen den Irak entschlossen.(APA/dpa)