Wien - "Für die Werkstätten hat die neue GVO mehr Vor- als Nachteile", sagt Bundesinnungsmeister Alois Edelsbrunner, vor allem weil der Zugang zu reparaturrelevanten IT-Systemen, Maschinen und Ersatzteilen auch für Betriebe ohne "Markenvertrag" mit einem Autowerk garantiert wird.Aber: "Es wird eher teurer als billiger", so Edelsbrunner, schließlich müssten angesichts der mit Elektronik voll gestopften modernen Fahrzeuge laufend Testgeräte angeschafft werden, die Mitarbeiter auf Schulungen geschickt werden, um technisch up to date zu bleiben und die Anforderungen der Herstellerwerke an Reparateure zu erfüllen. Versicherungen drängen auf neue Methoden Einen Verbündeten im Kampf um niedrigere Stundensätze haben die Konsumenten in den Versicherungen, auch wenn es diesen nur darum geht, das Steuer im ergebnismäßig desaströsen Bereich Kfz-Versicherung herumzureißen. Den Werkstätten wird - offiziell - vorgeschlagen, neue Methoden, beispielsweise nach Hagelschäden, anzuwenden. Hinter vorgehaltener Hand drängen Versicherungen mitunter schon auch darauf, 90- statt 100-prozentige Qualität bei der Reparatur zu liefern. Etwa nach Hagelschlag die Dellen nur auszudrücken, trotz Rissen im Lack aber nicht nachzulackieren - nach dem Motto: Die Kunden merken's eh nicht. Für die Mechanikermeister wäre das eine gefährliche Kalkulation. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe 17.7.2002)