Wien - In den Wiener Einkaufsstraßen könnte es demnächst Erleichterungen für den Lieferverkehr und Einschränkungen für die restlichen Autofahrer geben: Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) will befristete Halteverbote einführen, von denen nur Lieferanten ausgenommen wären. Kein Thema sind für den Stadtrat Einfahrtssperren oder eine Maut für die Wiener Innenstadt. Den Verkehr in der Wiener City will er stattdessen mit einer Ausweitung der Fußgängerzonen in den Griff bekommen, sagte Schicker im APA-Interview. "Wir brauchen den Lieferverkehr, aber das private Auto soll innerhalb der Stadt so wenig wie möglich benutzt werden. Ich glaube, dass wir da und dort schon Einschränkungen werden machen müssen, wie wir das mit der Parkraumbewirtschaftung schon gemacht haben", so der Stadtrat. Das "Parkpickerl" habe für 1,5 Prozent weniger Verkehr innerhalb des Gürtels gesorgt, und das bei jährlich 5.000 zusätzlichen Autos in Wien. Auch Zulieferung begrenzt Mit den Halteverboten in Einkaufsstraßen will Schicker "den Zulieferverkehr auf bestimmte Stunden begrenzen, ihm aber auch mehr Parkraum zur Verfügung stellen". Vorstellbar sei dies in all jenen Geschäftsstraßen, die schon jetzt als Kurzparkzonen von der Parkraumbewirtschaftung ausgenommen sind. Seine Idee will der Stadtrat nun mit den Bezirken diskutieren. Schicker: "Ich möchte so lange wie möglich vermeiden, dass wir an der Stadt Einfahrtssperren machen oder exorbitante Mauten verlangen, wie das in anderen Städten diskutiert wird. Dazu sind die Wiener viel zu vernünftig und sehen selber ein, dass es besser ist, wenn man in das öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, als dass wir zu solchen Brachialmaßnahmen greifen müssen." Maut-Pläne wie in London sind für Schicker "keine Lösung, sondern eher eine hilflose Maßnahme". Der Stadtrat setzt stattdessen auf die Ausweitung der Fußgängerzonen in der City. Anlässlich der Errichtung einer Parkgarage unter dem Neuen Markt will Schicker diesen Platz und die angrenzenden Gassen autofrei machen. Durch die Garage, die im Herbst ausgeschrieben werden soll, könne man auch die Autos der Anrainer von der Straßenoberfläche wegbekommen, so Schicker. (APA)