Der neue Deutsche Telekom -Chef Helmut Sihler wird dem Unternehmen nach Ansicht der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nicht weiter helfen können. "Er ist die pure Interimslösung. Und Interimslösung heißt ja immer Stillstand", sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Mittwoch. Kritik Er sehe den am Dienstag von Sihler und dem Aufsichtsrat angekündigten Konsolidierungskurs kritisch. "Wie man in einem halben Jahr einen konsequenten Schuldenabbau hinkriegt, will ich mal sehen", so Hocker. Der Großaktionär Bund stünde jetzt in der Pflicht, dem Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung unter die Arme zu greifen. Schwierge Suche Die für das nächste halbe Jahr angekündigte Suche nach einem neuen Vorstandschef werde sich schwierig gestalten. "Wer will diesen Albtraumjob machen?", meinte der Aktionärsvertreter in Anspielung auf den politischen Druck um die Sommer-Ablösung. In der vergangenen Woche hatten bereits mehr als ein Dutzend Manager abgelehnt, den Job an der Spitze von Europas größtem Telekom-Konzern zu übernehmen. Übergang Hocker sagte, eine gute Lösung wäre gewesen, "man hätte Sommer für eine Übergangszeit noch walten lassen". Doch der Aufsichtsrat habe dem "öffentlichen politischen Druck" nachgegeben. Durch das Gerangel um Sommer seien die Telekom, die Vermögenswerte der Aktionäre sowie der deutsche Finanzmarkt schwer beschädigt worden. (APA)