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Linz - Oberösterreich übernimmt bei der Sanierung des Schutzwaldes eine Vorreiterrolle. Im Herbst werde die bundesweit erste "Schutzwaldplattform" zusammen treten, an der alle Raumnutzer - unter anderem Landwirte, Forstleute, Jäger und Alpine Vereine - teilnehmen würden, kündigte Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Hallstatt (Bez. Gmunden) in Oberösterreich an. Der Zustand der oberösterreichischen Schutzwälder - insgesamt rund 70.000 Hektar - sei bedenklich, warnte Landesforstdirektor Roland Weilharter. 30 Prozent der Bäume seien überaltert, zwölf Prozent seien mehr als 400 Jahr alt und damit bereits in der "Zerfallsphase". Dennoch sei es für Sanierungsmaßnahmen nicht zu spät. Konkrete Maßnahmen seien etwa in Zukunft das Auslichten von Wäldern, damit junge Bäume nachwachsen können, das Aufforsten mit neuen Pflanzen, aber auch die Erhöhung der Abschussquoten: Damit der Wildverbiss geringer werde. Bereits in den letzten zehn Jahren seien in Oberösterreich rund 26 Millionen Euro in 33 Projekte zur Erhaltung von 2.060 Hektar Schutzwald geflossen, betonte Pühringer. Reines Trinkwasser Die Erhaltung der Schutzwälder sei neben der Verhinderung von Lawinen, Vermurungen oder Hochwasser auch von wesentlicher Bedeutung für die Reinhaltung des Trinkwassers, so Weilharter. Die seit der Eiszeit entstandenen, oft nur wenige Zentimeter dicken Humusschichten würden das Regenwasser wie ein Schwamm aufnehmen und später gefiltert wieder abgeben. Fehle hingegen der schützende Wald, könne der Boden durch einen einzigen Regenschauer weg gewaschen werden. Mit der Einrichtung der "Schutzwaldplattform" reagiere Oberösterreich auf die "Österreichische Schutzwaldstrategie", die von Bund, Ländern und allen relevanten Raumnutzern im Jänner 2002 in Salzburg unterzeichnet worden sei, sagte Pühringer. (APA)