Bregenz/Linz - Wenn es in Österreich derzeit regnet, dann heftig. Am Mittwoch richteten schwere Unwetter in weiten Teilen des Bundesgebietes erneut Schäden in Millionenhöhe an. Betroffen waren diesmal nicht der Osten und Süden, sondern der Westen. In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg führte die extreme Wettersituation zu chaotischen Zuständen. Am schlimmsten betroffen waren der Raum Flachgau, Linz, Lustenau und das Innviertel. Für die im Dauereinsatz stehenden Feuerwehrleuten bot sich überall ein ähnliches Bild: Wohnhauskeller unter Wasser, Bäche über den Ufern, Murenabgänge auf Straßen. In der Salzburger Gemeinde Thalgau hielt eine Staumauer den Wassermassen nicht stand und brach. Mehr als 150 Keller wurden überschwemmt. Mehrere Häuser wurden evakuiert, 30 Personen mussten vorübergehend umgesiedelt werden. Auch in Linz waren die Wassermassen das Hauptproblem. "Es rann links und rechts bei den Haustüren hinein und bei den Kellern wieder raus", schilderte ein Feuerwehrmann. Bei einem plötzlichen Pegel von bis zu 30 Zentimetern wurden zahlreiche Autos weggeschwemmt oder gegen andere Fahrzeuge gedrückt. In Lustenau legte eine Sturmwelle kurzerhand den Verkehr lahm. Im Innviertel mussten mehrere Straßen gesperrt werden. Freuen dürften sich derzeit nur die Blitzstatistiker. Im heurigen Juli sind bis dato bereits 46.000 Blitze über Österreich gezählt worden. Zum Vergleich: Im gesamten Juli des Vorjahres waren es "nur" 38.000. Ein ganz anderes Bild bietet sich derzeit sonnenhungrigen Türkei-Touristen. Im beliebten Ferienort Antalya treibt eine Hitzewelle das Thermometer derzeit auf bis zu 42 Grad im Schatten und führte bereits zu Anstürmen auf die Notaufnahmen. (DER STANDARD, Printausgabe 18.07.2002)