Bagdad/Ankara - Der irakische Staatschef Saddam Hussein hat sein Volk aufgerufen, sich auf eine neue "siegreiche" Schlacht vorzubereiten, und zugleich jeden Kompromiss mit den USA oder den Vereinten Nationen ausgeschlossen. "Wir werden nicht damit einverstanden sein, eine Regierung zu werden, die anderen gehorcht", sagte er in einer am Mittwoch im Fernsehen übertragenen Rede zum 34. Jahrestag der Machtergreifung der Baath-Partei in Bagdad im Juli 1968. Die USA haben nach den Worten von Vizeverteidigungsministers Paul Wolfowitz bisher keine Entscheidung über einen Militärschlag gegen den Irak getroffen. Auch habe Washington keine diesbezügliche Entscheidung von der Türkei verlangt, sagte Wolfowitz am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Ankara. In seiner Botschaft an die Nation richtete sich Saddam Hussein an "alle bösartigen Tyrannen und Unterdrücker in der Welt" mit der Warnung: "Ihr werdet mich niemals besiegen." Auch wenn sich seine Gegner "aus allen Ecken der Welt" vereinigten, werde der Irak nicht niedergerungen werden. Seine Landsleute beglückwünschte der Staatschef dazu, dass sie "Ungerechtigkeit und Aggression" sowie den "Pfeilen der Tyrannen und ihrer Diener" ihre "Entschlossenheit, Überzeugung, Willen und Anständigkeit" entgegen setzten. "Der Irak wird siegen und triumphieren", prophezeite er, ebenso wie das palästinensische Volk siegen werde. "Unislamisches" Verhalten "Das irakische Regime ist eine Gefahr", betonte unterdessen US-Vizeverteidigungsminister Wolfowitz in Ankara. Um damit zu Rande zu kommen, müssten mehrere Entscheidungen getroffen werden, "die der Präsident (George W. Bush) noch nicht getroffen hat", fügte er hinzu. Gleichzeitig bezeichnete er die irakischen Führer als "Helfershelfer des Terrorismus". Wolfowitz, der zuvor mit dem neuen türkischen Außenminister und Vizepremier Sükrü Sina Gürel konferiert hatte, stellte alle Versuche in Abrede, Druck auf die Türkei auszuüben. Die USA oder Präsident Bush nannte der irakische Präsident in seiner Rede nicht beim Namen. Auch die verschiedenen Treffen der irakischen Exil-Opposition, bei denen in den vergangenen Wochen Unterstützung für die amerikanischen Pläne zum Sturz seines Regimes laut geworden war, erwähnte er mit keiner Silbe. Stattdessen spielte er die Rolle des furchtlosen Staatschefs. "Diese Drohungen (der Amerikaner) sind nichts als Lärm, den der Wind davontragen wird", sagte er. Die dem Irak feindlich gesinnten "Ausländer" bezeichnete er als "Feinde Gottes". Den aus seiner Sicht illoyalen arabischen Herrschern warf er quasi "durch die Blume" vor, sie seien käuflich. Anders als die Kalifen und Herrscher früherer Zeiten könne man die heutigen Herrscher mit Geld und Macht ködern, sagte er. Dies sei ein "unislamisches" Verhalten. (APA/Reuters/AP)