Rabat/Brüssel - Marokko hat wegen der spanischen Intervention auf der Insel Perejil den UNO-Sicherheitsrat angerufen. Ziel sei der "sofortige und bedingungslose Rückzug" der spanischen Truppen von der Insel, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Außenministeriums. Die Insel, die die Marokkaner Leila nennen, sei Teil des marokkanischen Territoriums. Der marokkanische Landwirtschaftsminister Ismail Alaoui hatte die Intervention zuvor als "Rückkehr zur Kanonenbootpolitik" kritisiert. Die spanische Armee hatte am Mittwochmorgen die seit sechs Tagen auf der Insel stationierten marokkanischen Soldaten vertrieben. Der spanische Verteidigungsminister Federico Trillo sprach von "legitimer Verteidigung". Außenministerin Ana de Palacio kündigte an, die Militäroperation werde sobald wie möglich beendet. Rund ein Dutzend marokkanische Soldaten waren am Donnerstag auf der unbewohnten Insel Perejil ("Petersilie") vor der marokkanischen Küste gelandet. Nach offiziellen Angaben aus Rabat sollten die Soldaten gegen den Terrorismus kämpfen sowie illegale Einwanderer auf ihrem Weg nach Europa stoppen. Spanien forderte den sofortigen Abzug der kleinen Truppe. Die Europäische Kommission sprach sich nach der spanischen Intervention für die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Spanien und Marokko aus. Kommissionspräsident Romano Prodi sagte, die EU sei bereit, diesen Dialog zu erleichtern. (APA)