Salzburg - Der Anwalt der Kapruner Gletscherbahnen, Georg Karasek, hat Strafanzeige gegen den Privatbeteiligtenvertreter Michael Witti erstattet. Wie berichtet, hatte sich Witti bei einem New Yorker Gericht in einer eidesstattlichen Erklärung über eine Verzögerung des Kaprun-Prozesses beschwert, da zivilrechtliche Forderungen der Angehörigen von Opfern erst nach Ende des Strafprozes- ses eingebracht werden könnten.Da der Deutsche Witti als Anwalt in Österreich zugelassen sei, könne diese unrichtige Behauptung nur wider besseren Wissens erfolgt sein, begründet Karasek gegenüber dem STANDARD die Anzeige. Auch die Behauptung, dass es bisher keine Entschädigungszahlungen gegeben habe, entbehre jeder Grundlage. "Bereits 4,3 Millionen Euro sind ausbezahlt worden, und lediglich in einem Fall wird eine Einigung vor Gericht notwendig sein", so Karasek. Dass sich die Gletscherbahnen jemals vor einem amerikanischen Gericht verantworten werden müssen, glaubt er nicht. Derzeit werde in zweiter Instanz über die Zuerkennung staatlicher Immunität für das Unternehmen - an dem auch die Gemeinde Kaprun als Gebietskörperschaft beteiligt ist - entschieden. Dem Verbund, an dem die Republik Österreich beteiligt ist, sei die Immunität schon rechtskräftig zuerkannt worden. Sollte das bei den Gletscherbahnen nicht der Fall sein, stelle sich dann erst einmal die Frage nach der Zuständigkeit des Gerichtes. (stet/DER STANDARD, Printausgabe 18.07.2002)