Die deutschen Zeitungen gehen am Mittwoch mit dem Führungswechsel bei der Deutschen Telekom von Ron Sommer zum 72- jährigen Ex-Aufsichtsratschef Helmut Sihler zumeist hart ins Gericht. Auch in internationalen Blättern sind kritische Kommentare zu finden:"Bild": "Ron Sommer weg! Jetzt macht's ein Rentner" "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Der Schaden für das Unternehmen, der durch den dilettantischen Umgang der Politik und des Aufsichtsrats mit der Personalie Ron Sommer angerichtet wurde, ist noch gar nicht überschaubar." "Neue Osnabrücker Zeitung": "Alle Welt weiß nun, dass die Politik letztlich den Takt bei der Telekom vorgibt." "Berliner Zeitung": "Die Telekom hat Schaden genommen, ihr Führungspersonal hat Schaden genommen, und der Bundeskanzler samt seiner Regierung gehen ihrerseits beschädigt aus den Kampf um die Telekom-Spitze hervor." "Rhein-Neckar-Zeitung": "Für die Anleger, die Kooperationspartner und die Märkte hat sich die Telekom als politisch weisungsgebundenes, von seiner Geschichte als Staatsbetrieb immer noch nicht befreites Unternehmen erwiesen." "Nordbayerischer Kurier": "Ein Verlierer der Personalschlacht bei der Telekom stand schon lange vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung fest: Der Kanzler." "Magdeburger Volksstimme": "Der Wahlkampf in Deutschland hat den ersten Scherbenhaufen hinterlassen." "Mitteldeutsche Zeitung": "Das In- und Ausland hat eine neue Lachnummer zur deutschen Wirtschaftspolitik." "Die Welt": "Wenn sich der Pulverdampf der Schlacht um die Telekom verzogen hat, wird man feststellen, dass der Schaden viel größer ist als bisher angenommen wurde." "Saarbrücker Zeitung": "Ron Sommer nimmt seinen Hut. Und das ist gut so." "Westfälischer Anzeiger": "Mit der Wahl dieser Telekom-Oldies startet man keinen Neuanfang, sondern erklärt eigentlich seinen Bankrott." "Wiesbadener Kurier": "Der Standort Deutschland hat in diesem Polit- Theater schweren Schaden genommen." "Hannoversche Allgemeine Zeitung": "Mit seinem Rücktritt hat Ron Sommer die Misere des Konzerns eher verschärft als beendet." "General-Anzeiger": "Eine peinliche Darbietung." "Les Echos" (Frankreich): "Gerhard Schröder: "Präsident der Deutschland AG"". "Neue Zürcher Zeitung" (Schweiz): "Der Führungswechsel bei der Deutschen Telekom ist das Resultat eines Trauerspiels." "Salzburger Nachrichten" (Österreich): "Schröder konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich zum Retter der Telekom-Aktionäre aufzuschwingen."