Einem heimischen Stahlteilehändler wird von einem nigerianischen Unternehmen eine Beteiligung an einem Joint Venture in Rumänien angeboten, für die er kein Geld investieren müsse. Die Bank in Nigeria fordert eine Machbarkeitsstudie, die bei einer Beratungsfirma in Rumänien für 150.000 Dollar in Auftrag gegeben wird. Plötzlich bittet der Partner den Händler, die Studie zwischenzufinanzieren, die nigerianische Bank arbeite so langsam. Dieser überweist das Geld auf das Konto der Beratungsfirma. Der Nigerianer verschwindet, und den Berater gibt es nicht.Zahlreiche heimische Firmen stolpern bei Auslandskontakten in solche betrügerische Geschäfte. Selbst Nachforschungen schützen nicht vor Ungemach. So erhielt eine Firma eine zypriotische Bankgarantie: Das Dokument und die Bank waren echt, doch war das Institut weit unterkapitalisiert und die Garantie dadurch wertlos. Justiz blickt nicht immer durch Selbst die Justiz blickt durch solche Machenschaften nicht immer durch: Ein Händler unterschieb einen Vertrag über den Kauf von günstigem Milchpulver. Dann wurde er misstrauisch und weigerte sich zu zahlen. Der Vertragspartner klagte. Lange Zeit wollte der Richter nicht glauben, dass das Geschäft als Betrug angelegt war: Es waren so viele provisionskassierende Strohmänner involviert, dass es sich nie gerechnet hätte. Vorsicht beim supergünstigen Auto Auch beim supergünstigen Auto ist Vorsicht geboten: Ein Agent bietet BMW und Mercedes zum halben Listenpreis mit einem Dreh an: Der Käufer überweist ein Viertel des Listenpreises auf ein Treuhandkonto, dort wird es hochverzinst angelegt, während die Bestellung läuft. Der Gewinn aus der Veranlagung soll den Preisnachlass decken. Sechs Monate später wird die Limousine geliefert - mit einer Werksrechnung für den vollen Listenpreis. Agent und Vorauszahlung sind weg. (Eric Frey, DER STANDARD, Printausgabe 18.7.2002)