Nürnberg - Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat vor dem Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung des Feuerbrandes an Obstbäumen gewarnt. Die Bewohner von Siedlungen neben Obstplantagen könnten dadurch gefährdet werden, teilte der Verband in Nürnberg mit. Außerdem könnten sich gegen Antibiotika resistente Krankheitserreger entwickeln. In Österreich ist der Einsatz von Antibiotika verboten. Viele Obtbauern fordern eine Erlaubnis - Biologen halten den Einsatz für für sehr bedenklich. Pflanzen sehen wie verbrannt aus Bei der Krankheit handelt es sich um eine Bakterienkrankheit, die sich von einzelnen Blüten bis über den gesamten Baum verbreiten kann. Die Pflanzen sehen dann wie verbrannt oder verdörrt aus. Der Erreger wird von Insekten, Wind oder Regentropfen übertragen. Die Infektionsgefahr erhöht sich bei schwül-warmem Wetter. Resistenzen Die deutsche Biologische Bundesanstalt hat nach Angaben der Naturschützer zur Bekämpfung des Feuerbrands den Einsatz von Plantomycin genehmigt, welches das Antibiotikum Streptomycin als Wirkstoff enthält. In der Humanmedizin werde das Mittel zur Bekämpfung der Tuberkulose eingesetzt. Auch als Tierarzneimittel sei es zugelassen. Der Bund Naturschutz befürchtet, dass Krankheitserreger, die mit dem Antibiotikum in Berührung kommen, Resistenzen ausbilden, so dass das Mittel für Menschen und Tiere seine Wirkung verliert. Die Umweltschützer fordern mehr Geld für die Forschung an alternativen Mitteln und die Resistenzzüchtung. (APA/dpa)