Graz - Die Steiermark hat ein zweites Babcock-Opfer zu beklagen: Das Landesgericht Graz hat nun auch über das Vermögen der NEM Energietechnik GmbH, Tochter der Austrian Energy (AE) Energietechnik GmbH, den Konkurs eröffnet. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Freitag in Graz mitteilten, belaufen sich die Passiva nach Verkehrswerten auf rund 35 Mill. Euro. Von der Insolvenz sind 72 Mitarbeiter betroffen. Laut Kreditschützern sei eine Sanierung aus eigener Kraft unrealistisch, frisches Kapital werde benötigt. Laut Zwischenbilanz vom 30. Juni stehen unter Ansetzung von Buchwerten Aktiva von rund 29 Mill. Euro Passiva in Höhe von rund 32,8 Mill. Euro gegenüber, so der KSV. Bemessen nach Verkehrswerten dürften die Passiva rund 35 Mill. Euro betragen. Die Forderungen der etwa 130 Lieferanten belaufen sich auf rund 4,5 Mill. Euro, hieß es laut AKV. Eine Sanierung des Unternehmens durch eigene Kraft sei "außerhalb jeglichen realistischen Bereiches", so der KSV. Frisches Kapital könne es nur durch einen neuen Partner oder Käufer geben. Offene Forderungen abgeschrieben Durch die Insolvenzen der deutschen Babcock Borsig AG, der Babcock Borsig Power GmbH sowie der AE Energietechnik GmbH war die NEM Energietechnik gezwungen, offene Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen abzuschreiben, so die Kreditschützer. Zum Masseverwalter wurde wie bei der AE Guido Held, auch Präsident der Grazer Rechtsanwaltskammer, bestellt. Derzeit werden Fortführungsszenarien sondiert und Kauf- bzw. Beteiligungsangebote geprüft. Laut AKV wird der Gläubigerausschuss noch vor der Gläubigerversammlung am 6. August zusammentreten, um "eine Weichenstellung herbeizuführen": Mit Hilfe der bisherigen Hausbanken sollen die nötigen Mittel bereit gestellt werden, um eine Weiterführung zu ermöglichen.(APA)