SOPHIE ELLIS-BEXTOR Read My Lips (Universal) Nachdem die schöne Sophie Ellis-Bextor mit dem italienischen Produzenten Spiller im Vorjahr mit - Groovejet einen der definitiven Club-Tracks verantwortet hatte, beschritt sie den Solo-Weg. Am ersten Ziel desselben steht nun ihr Debüt - Read My Lips. Darauf lebt sie einen coolen Club-Glamour vor, der sie früher einmal volley auf ein Roxy Music-Albumcover katapultiert hätte. Bryan Ferry hat schließlich Geschmack. Ellis-Bextor überzeugt mit lässigem Pop, der, oft auf House-Basis fortgeführt, in club-kompatible Songs mündet. Als Beispiele seien das ohnehin bereits die Charts enternde - Murder On The Dancefloor oder - Take Me Home angeführt. Ellis-Bextor wirkt zudem nicht wie eine gecastete Kaulquappe aus der Pop-Retorte einer Marketingagentur, sondern überzeugt mit nonchalantem Gesang ebenso, wie sie in Interviews witzig und originell sein kann. In einem solchen erzählte sie unlängst, dass sie zart errötete, als erwähnter Mr. Ferry ihrer ansichtig wurde und sie gar "charming" anlächelte . . . Womit sich der Kreis schließt. QUEEN OF JAPAN Head Rush (Hoanzl) Das falsche japanische Trio reizt auf seinem neuen Tonträger die Idee, bekannte Hits im Techno-Pop-Kostüm nachzustellen, zwar ordentlich aus, kommt damit aber noch einmal durch. Hans Platzgumer und seine beiden Mitstreiter verarbeiten neben anderen die Männer-Selbsthilfegruppe-Discowuchtel - Do You Think I'm Sexy von Rod Stewart sowie Marvin Gayes Büchsenöffner - Sexual Healing, bevor sie sich an - I Was Made For Loving You (Kiss) und finalerweise an - The Winner Takes It All von Abba vergehen. Alles in allem nicht unoriginell - also wie das Vorgänger-Album - Nightlife In Tokyo. Aber noch ein weiteres Werk dieser Art und man gastiert in Bundfaltenhosen am Wickie-, Slime-und Paiper-Verlierer-Clubbing. ROBERT PLANT Dreamland (Universal) Die frühere Sänger einer nicht ganz unbekannten Band namens Led Zeppelin interpretiert auf - Dreamland ebenfalls Fremdwerke - mit zwei Ausnahmen, die aus eigener Feder stammen. Mittels psychedelischem Folk-Rock, den man von Led Zep kennt, belebt Plant Songs von Bob Dylan (One More Cup Of Coffee), Tim Rose (Morning Dew) oder Tim Buckley. Stellenweise zirpt und schrammelt das Album gar ausladend Richtung Altherren-Lagerfeuer, lustige Zigaretten und keltischen Schmarren. Sobald sich der vielfaltige Plant aber der Tatsache entsinnt, dass ein klares, hartes Gitarren-Riff zur richtigen Zeit schon so manches Musikstück vom Abdriften ins Uferlose gerettet hat, gehen sich aber die meisten Songs auf - Dreamland aus - zumal der gute Rest aus Blues besteht. Etwa - Funny In My Mind (I Believe I'm Fixin' To Die) von Bukka White: Ein widerspenstiges und eigentlich unzerstörbares Stück Musik. (fluh/derStandard/rondo/19/7/02)