Sydney - Erfolglos ist am Donnerstag die Flucht von zwei jungen Brüdern aus einem australischen Flüchtlingslager in das britische Konsulat in Melbourne zu Ende gegangen: Nach wenigen Stunden wurde ihr Asylgesuch vom britischen Außenminister Jack Straw abgelehnt. Polizisten hätten die 12 und 13 Jahre alten Jungen daraufhin aus dem Gebäude gebracht und abgeführt, teilte ihr Anwalt mit. Australischen Medien zufolge waren die beiden vermutlich im vergangenen Monat gemeinsam mit anderen Asylbewerbern aus dem Flüchtlingslager Woomera entkommen. Nach Darstellung der australischen Regierung handelt es sich bei den beiden um pakistanische Wirtschaftsflüchtlinge und nicht um Afghanen, wie Medien zunächst gemeldet hatten. Vier verschiedene Stellen seien zu dem Schluss gekommen, dass sie keine politisch Verfolgten seien, sagte Einwanderungsminister Philip Ruddock. Menschenrechts-Aktivisten zufolge sitzen die Mutter und drei Schwestern der Brüder noch immer in Woomera hinter Stacheldraht. Der Vater sei frei und lebe in Sydney. Allerdings werde dessen Visum voraussichtlich eingezogen, sagte Ruddock weiter. Nach Woomera zurück Ihr Anwalt sagte, die Brüder würden wahrscheinlich nach Woomera zurückgebracht. "Sie wollten deutlich machen, dass sie nicht ins Gefängnis zurückwollten, weil Woomera für sie ein Gefängnis ist." Die Jungen sähen dort keine Zukunft für sich und seien "sehr, sehr verstört", erklärte der Rechtsbeistand. Derzeit warten auf dem Fünften Kontinent rund 1.250 Menschen in Lagern wie im südaustralischen Woomera auf eine Entscheidung über ihre Asylanträge. Die meisten Bewerber kommen aus Afghanistan, Iran und dem Irak. In der Vergangenheit war es immer wieder zu teils gewalttätigen Protesten der Insassen gegen die Lebensbedingungen in den Lagern und die Bearbeitungsdauer ihrer Anträge gekommen. Im März und Juni waren größere Flüchtlingsgruppen aus Woomera ausgebrochen. (APA/dpa)