Krems - Der niederösterreichische Automobilzulieferer Eybl International mit Sitz in Krems hat in seiner 11. ordentlichen Hauptversammlung eine Erhöhung des Grundkapitals (derzeit 17.441.480,20 Euro) um bis zu 4.360.370,05 Euro auf dann 21.801.850,25 beschlossen. Durch eine Änderung der Konzernstruktur soll es überdies gelingen, vorhandene Potenziale im Eigenkapitalbereich zu heben. "Die derzeitige Eigenkapitalquote von knapp elf Prozent reicht nicht aus, um die strategische Neupositionierung des Konzerns abzusichern, ein akzeptierter Lieferanten-Partner zu sein und damit nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen", betonte Vorstandssprecher Johannes Elsner. "Daher braucht Eybl als langfristiger Vertragspartner der internationalen Automobilindustrie eine Eigenkapitalquote von annähernd 25 Prozent." Zahlen wieder positiv Laut Elsner hat das Unternehmen in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres operativ wieder positive Zahlen geschrieben. Das Betriebsergebnis (EBIT) habe sich in diesem Zeitraum auf 2,5 Mill. Euro belaufen, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf 0,2 Mill. Euro. Der Turnaround-Effekt sei deutlich erkennbar. Der Vorstandssprecher erwartet für das Gesamtjahr ein EBIT von 8,4 Mill. Euro und ein EGT von 2,7 Mill. Euro. 2001 hatte Eybl mit einem Fehlbetrag von mehr als 24 Mill. Euro abschließen müssen. Auf Grund der schwierigen Situation des Unternehmens hat die Hauptversammlung daher auf Vorschlag des Vorstands beschlossen, für das vergangene Jahr keine Dividende auszuschütten. Konzentration auf Krems und Trier Einer Aussendung vom Donnerstag zufolge wird Eybl künftig die Textilproduktion in den Werken Krems und Trier konzentrieren, wobei der rasche Aufbau eines Kompetenzzentrums am Standort Krems - mit Gmünd als Veredelungs-Center - im Mittelpunkt steht (diesbezüglich geben Elsner und Niederösterreichs VP-Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann am Freitag eine Pressekonferenz, Anm.). Kettwirkware wird in Deutschland hergestellt, Strick- und Webware an der Donau in Niederösterreich. Die Konfektionierung von Leder- und Stoffsitzbezügen wird an den Standorten in Ungarn (Janoshaza, Nagykanizsa, Lenti) und Rumänien (Deta) im vollen Umfang weitergeführt bzw. nach Bedarf ausgebaut. Eybl International zählt DaimlerChrysler, BMW, VW sowie Audi zu seinen wichtigsten Kunden. In den kommenden Jahren will das Unternehmen auch signifikante Marktanteile bei französischen Autokonzernen gewinnen. (APA)