Salzburg - Schwere Vorwürfe gegen die Gletscherbahnen Kaprun AG erhob am Donnerstag die Frau eines langjährigen Bediensteten des Unternehmens als Überraschungszeugin im Prozess um das Seilbahnunglück am Kitzsteinhorn am 11. November 2000 bei ihrer Aussage im Salzburger Kolpinghaus. "Die Chefs lügen", wenn sie behaupteten, dass die Revisionen der Bahn immer ordnungsgemäß durchgeführt worden seien, so die Nebenerwerbsbäuerin."Zur Hälfte verkürzt" Sie wisse von ihrem Mann, der bis zu seiner Pensionierung bis vor etwa einem Jahr bei den Gletscherbahnen 21 Jahre lang beschäftigt gewesen war, dass die Kontrollen nach dem Ausscheiden eines bestimmten Technikers um mehr die Hälfte verkürzt worden seien, erklärte die Zeugin, die vom Privatbeteiligtenvertreter Jürgen Hinterwirth nominiert worden war. "Auf Kosten der Sicherheit" "Er (der ausgeschiedene Techniker, Anm.) war ihnen zu genau." Über seine Berge- und Katastrophenübungen "haben sie (Chefs, Anm.) spöttisch gelacht". "Mit dem Alpincenter haben sie einen Tempel gebaut, der auf Kosten der Sicherheit gegangen ist", so die Zeugin. Nach seiner Zeugenaussage habe ihr Mann (er hatte keine Unregelmäßigkeiten angegeben, Anm.) ihr mitgeteilt, er sei sehr unter Druck gestanden und habe sich nicht getraut, die Wahrheit so zu sagen, wie er es vorgehabt habe. (APA)