Wien - Die ersten Wochen der Sommerferien sind bereits zu Ende - für manche Schüler und Studenten bedeutet dies auch schon den Abschied vom Urlaub, steht doch im August ein kurzer Einstieg ins Berufsleben auf dem Programm. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Ferialjob und Pflichtpraktikum: Während beim Ferialjob das selbst verdiente Geld im Vordergrund steht, müssen viele Schüler von berufsbildenden höheren Schulen oder Fachhochschul-Studenten ein Pflichtpraktikum absolvieren. Für die letzte Gruppe fordert die Arbeiterkammer (AK) Wien in einer Aussendung eine einheitliche gesetzliche Regelung. Wer neben seinem Studium in den Ferien einfach Geld verdienen will, geht ein befristetes Dienstverhältnis ein und ist Ferialarbeitnehmer. Für die Dauer dieser Tätigkeit gelten die arbeitsrechtlichen Vorschriften, für die Entlohnung insbesondere der Kollektivvertrag. Fehlt ein solcher, muss bezahlt werden, was entsprechend ortsüblicher Entlohnung vereinbart wird. Richtlinie: 1.000 Euro brutto sollten mindestens zu erwarten sein. Pflichtpraktika Etwas anders sieht es bei jenen Jugendlichen und Studenten aus, die auf Grund schulrechtlicher Vorschriften ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen. Läuft dieses im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ab, gelten zwar die arbeitsrechtlichen Vorschriften, insbesondere der Kollektivvertrag. In diesen sind aber oft Bestimmungen für Praktikanten eingebaut, die geringere Löhne als etwa für Hilfsarbeiter vorsehen. Gibt es keinen Kollektivvertrag, müssen wichtige Punkte wie Entlohnung und Arbeitszeit mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Die AK will daher per Gesetz das Praktikum als befristetes Arbeitsverhältnis mit Ausbildungselementen definiert wissen, der Einsatz von Praktikanten soll entsprechend der Ausbildung in den Schulen erfolgen. Dabei müssten die Arbeitgeber dafür sorgen, dass den Jugendlichen die für die entsprechende Berufsausbildung notwendigen Aufgaben zugewiesen werden. Vertrag Auch beim Entgelt fordert die AK einheitliche Regeln: Sollte kein Kollektivvertrag vorhanden sein, müsse sich die Höhe des Praktikantenlohns nach der Vereinbarung im Praktikanten-Arbeitsvertrag richten. Dabei sei auf Ortsüblichkeit zu achten: Bezahlt werden müsse demnach das gleiche Entgelt wie für Beschäftigte, die die gleiche Tätigkeit verrichten. Wenn zwar ein Kollektivvertrag vorhanden ist, aber keine Regelung für Pflichtpraktikanten, müsse jedenfalls der Lohn bzw. das Gehalt der niedrigsten Lohn- bzw. Verwendungsgruppe aus dem jeweiligen Kollektivvertrag bezahlt werden. Auf jeden Fall sollte vor dem Arbeitsantritt ein Arbeits- oder Praktikantenvertrag unterschrieben werden, rät die AK. Empfehlenswert sei es außerdem, Aufzeichnungen über Arbeitszeit und Art der Tätigkeiten zu führen. (APA)