Washington - Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien haben nach einem Pressebericht aus den USA einen neuen Friedensplan für den Nahen Osten entwickelt, der auf die Gründung eines eigenen Palästinenserstaates zum Beginn des nächsten Jahres abzielt. Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, wollten die Außenminister der drei Länder ihren Plan am selben Tag US-Präsident George W. Bush bei einem Treffen im Weißen Haus vorlegen.Palästinenser sollen Ministerpräsident erhalten Dem Plan zufolge soll für die palästinensischen Gebiete das neue Amt eines Ministerpräsidenten geschaffen werden, meldete die Zeitung. Das Amt des Präsidenten solle weitgehend auf repräsentative Funktionen reduziert werden. Laut "Washington Post" zielt der Plan offenbar darauf ab, dem bisherigen Palästinenserpräsidenten Yasser Arafat einen nur noch symbolischen Posten als Präsident des neuen Palästinenserstaates zu geben. Dies wäre eine Konzession an die USA, die die Ablösung Arafats zur Vorbedingung für die palästinensische Eigenstaatlichkeit gemacht hatten. US-Außenminister Colin Powell hatte am Montag in einem Interview eine nur noch repräsentative Rolle für Arafat als Idee bezeichnet, über die sich diskutieren lasse. Grenzen von 1967 Als Schritte zu einem palästinensischen Staat sieht der Plan der drei arabischen Staaten laut "Washington Post" vor, dass der Palästinensische Nationalkongress eine Verfassung verabschiedet, die eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild vorsieht. Die drei Gewalten sollen geteilt und der Ministerpräsident vom Parlament gewählt werden. Die auf Grund dieser Verfassung neu gebildete Regierung soll dann bei der UNO die Anerkennung eines palästinensischen Staates beantragen, dessen Hauptstadt Ost-Jerusalem sein soll. Bei der Grenzziehung soll von dem Status vor den israelischen Besetzungen 1967 ausgegangen werden; die endgültigen Grenzen des neuen Staates sollen in Verhandlungen mit Israel innerhalb von drei Jahren festgelegt werden. (APA)